Hermann Martens – Bilder aus dem Krieg

 

Hermann Martens, Staraja Russa,

Hermann Martens: „Staraja-Russa“, 1941, Aquarell, 38×54 cm, Hansestadt Buxtehude

Die Ausstellung

Im Mai 2015 jährte sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 70. Mal. Das Buxtehude∙Museum nahm dies zum Anlass, Hermann Martens‘ „Kriegsbilder“ ‒ frisch restauriert und neu gerahmt ‒ erstmals im Museum zu zeigen. Die neue Sonderausstellung entstand in Kooperation mit der Hansestadt Buxtehude – Stadtarchiv und Kulturbüro. Informationen zu Martens‘ Biografie und zum Zweiten Weltkrieg ergänzten die eindrucksvollen Zeichnungen. Historische Dokumente und Fotografien, die nicht nur vom Stadtarchiv sondern auch von der Familie Martens zur Verfügung gestellt wurden sowie ein Zeitzeugenbericht von Hermann Martens‘ Neffen, der über eine Audiostation angehört werden kann, vermittelten den Besuchern ergänzend aufschlussreiche Informationen.

Hermann Martens – ein Maler aus Leidenschaft

Hermann Martens wurde als jüngstes von sieben Kindern einer Arbeiterfamilie in Buxtehude geboren und studierte mit einem Stipendium der Halepaghen-Stiftung von 1929‒1933 an der Hamburger Landeskunstschule (heute: Hochschule für bildende Künste), unter anderem bei Arthur Illies. 1940 erfolgte Martens Einberufung und er kam zunächst nach Frankreich, dann an die Ostfront in Russland. Im „Kessel von Demjansk“ erlitt er starke Erfrierungen, so dass ihm 1942 im Lazarett im schlesischen Münsterberg Teile der Füße amputiert werden mussten. Dort nahm er an einem Malwettbewerb der Berufsmaler in Breslau teil und erhielt den ersten Preis. Im August 1943 zeigte das städtische Heimatmuseum der Stadt Münsterberg Martens‘ Aquarelle und Zeichnungen von der Ostfront unter dem Titel „Mit Gewehr und Skizzenblock“. Die lokale Zeitung veröffentlichte eine ausführliche Besprechung mit der Überschrift: „Kunst, im Stahlgewitter geglüht“. Darin wird Hermann Martens zitiert: „Es war herrlich, rauszugehen, wenn es irgendeine freie Minute während der Kämpfe gab, zu malen und nichts zu sehen und wissen um den Streit der Meinungen, Geschmäcker und Stilrichtungen, einfach nur zu malen und zu zeichnen, weil es einen danach drängte, das war schön.“

Schon bevor Martens nach Buxtehude zurückkehrte, fand 1943 in der Deutschen Buch-Gemeinschaft Hamburg eine weitere Ausstellung „Südlich des Ilmensees“ seiner in Russland entstandenen „Kriegszeichnungen“ statt. Von 1950 bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1952 lehrte Martens an der Buxtehuder Malerschule.

Hermann Martens: Drei Pferde, Tuschezeichnung, 32 x 42 cm, Hansestadt Buxtehude

Hermann Martens: Drei Pferde, Tuschezeichnung, 32 x 42 cm, Hansestadt Buxtehude

Hermann Martens: Feldlager (Russland, Kessel Demjansk), Tuschezeichnung, 44 x 56 cm, Hansestadt Buxtehude

Hermann Martens: Feldlager (Russland, Kessel Demjansk), Tuschezeichnung, 44 x 56 cm, Hansestadt Buxtehude