Diamonds are a girl’s best friend ?

So sang es Marilyn Monroe 1953 und mochte davon auch überzeugt sein. Aus einem anderen Material aber mindestens genauso beeindruckend und einmalig sind die vielen Perlen, die auf dem sächsischen Gräberfeld bei Buxtehude-Immenbeck gefunden wurden. Das wurde noch einmal bei einem Besuch im niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege deutlich.

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Andrea Tröller-Reimer und Gabriele Schulz vom Landesamt für Denkmalpflege freuen sich über den Besuch der Buxtehuder Museumsleiterin

Museumsleiterin Dr. Susanne B. Keller machte sich auf den Weg in die Landeshauptstadt, um sich dort einen Überblick über den Bearbeitungsstand der Ausgrabungsfunde zu verschaffen. Im Landesamt lagern immer noch zahlreiche Blöcke aus dem Grabungsfeld, die darauf warten, geöffnet zu werden. Zwar sind alle geröntgt, womit ihr Inhalt weitestgehend bekannt ist. Aber dennoch kommen ab und zu noch Dinge ans Licht, die selbst von den Röntgenstrahlen nicht erkannt wurden. Andrea Tröller-Reimer, die zuständige Restauratorin für Altertumskunde vom Landesamt, war selbst einige Male überrascht. „Als ich z.B. den einen Block öffnete, war ich aufgrund des Röntgenbefundes überzeugt, eine Fibel und wenige Perlen vorzufinden. Also eine Arbeit für einen knappen Tag. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass darüber hinaus viele nur millimetergroße blaue Perlen in dem Block waren, so dass ich mit der Dokumentation und dem Freilegen erheblich länger beschäftigt war”, erzählt sie schmunzelnd und gleichzeitig begeistert über die Vielfalt der gut erhaltenen Schmuckstücke.

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In den „Katakomben“ des Landesamtes: Andrea Tröller-Reimer, Dr. Susanne B. Keller und Gabriele Schulz vor einem Teil der als Block geborgenen Grabbeigaben aus dem Grab AE 73 aus Buxtehude-Immenbeck

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In diesen Blöcken warten noch einige Funde auf ihre Freilegung

Begeistert zeigte sich auch Frau Dr. Keller, die sich bereits auf die Präsentation der Perlen in der neuen archäologischen Abteilung freut. „Die Vielfalt, die Farbigkeit und der Erhaltungszustand der Perlen sind einmalig und sie werden neben den fantastischen Glasfunden ein weiteres Highlight sein”, verspricht sie.

Gabriele Schulz, ebenfalls Restauratorin am Landesamt, hat bereits etliche der Perlen restauriert und ist ihrem Zauber völlig erlegen. Privat hat sie begonnen, einige der Perlen nachzuarbeiten, zum einen, um den historischen Herstellungsprozess nachzuvollziehen, zum anderen, um sie in ihrer ursprünglichen Schönheit auferstehen zu lassen.

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Eine kleiner…

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…Vorgeschmack…

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…auf die archäologische Ausstellung