Perlen für die Pädagogik

Unser Besuch im Landesamt für Denkmalpflege in Hannover im Frühling 2017 blieb nicht ohne Folgen. Inspiriert von der Schönheit, Vielfalt und Farbigkeit der auf dem sächsischen Gräberfeld in Immenbeck bei Buxtehude gefundenen Perlen, die im Landesamt restauriert werden und wurden, ist ein „perlendes“ Spendenprojekt für das Buxtehude·Museum entstanden. Gemeinsam mit der archäologischen Restauratorin Gabriele Schulz haben wir neun verschiedene Perlen ausgesucht, nach denen sie mit viel Detailtreue und Professionalität eine limitierte Auflage von insgesamt 150 Repliken hergestellt hat.

Am 9. und 10. Dezember 2017 finden Sie den Stand des Buxtehude·Museums zwischen 12.00 und 18:00 Uhr im Rahmen des Buxtehuder Wintermärchens in der Breiten Straße. Wir freuen uns über Spenden in Höhe von 75,– Euro, 50,– Euro oder 25,– Euro, für die Sie eine der in limitierter Auflage nachgearbeiteten Perlen überreicht bekommen. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie uns Anschaffungen für unsere zukünftige pädagogische Vermittlungsarbeit.

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Diese Perlen stehen zur Auswahl

Das Gräberfeld von Immenbeck

In den Jahren 2000 bis 2004 wurde in Immenbeck bei Buxtehude das derzeit größte bekannte sächsische Körpergräberfeld des Kontinents entdeckt und ausgegraben. Mittlerweile sind mehr als 10.000 Funde registriert, davon über 5.000 Perlen. Der Friedhof wurde in der Zeit von der Mitte des 4. Jh. bis zur Mitte des 6. Jh. n. Chr. genutzt und begeistert heute nicht nur die Fachwelt durch die sensationellen Funde, die nach der Wiedereröffnung des Buxtehude·Museums endlich zu sehen sein werden.

 

Graeberfeldplan

Der Gräberfeldplan von Immenbeck bei Buxtehude

Perlen wurden in fast jedem Frauengrab gefunden. Sie bestechen durch ihre Unterschiedlichkeit in Größe, Farbigkeit und Form. So schwankt ihre Größe zwischen 1 und 35 mm, sie sind einfarbig oder bunt, rund oder blumenförmig. Hergestellt wurden die Perlen aus Glas, Bernstein oder vereinzelt auch aus Silber. Unklar ist, ob die Perlen vor Ort gefertigt wurden oder über Handelswege zu den damals hier lebenden Menschen kamen.

Besuch in der Glasperlenwerkstatt

Bevor Gabriele Schulz mit der Produktion der Repliken begann, beschäftigte sie sich erst einmal ausführlich mit den in Immenbeck gefundenen Originalperlen. Jede einzelne wurde genau vermessen und auf ihre Farben und Eigenarten hin untersucht. Insbesondere die Gelb- und Grüntöne stellten sie vor eine Herausforderung. „Die Zusammensetzung des Rohglases hat sich bis heute verändert, wodurch sich andere Farbnuancen als bei den Originalperlen ergeben“, sagt Gabriele Schulz und erklärt, dass sie lange gebraucht hat, bis sie Farben gefunden hatte, die ihren hohen Ansprüchen genügen. Während sie den um einen Stab gewickelten Glasfaden in einer 1.000 Grad heißen Flamme dreht und dabei zum Schutz eine gefärbte Brille trägt, wird deutlich, dass in dieser Phase der Produktion nicht erkennbar ist, welche genauen Farbton die Perle nach der Abkühlung haben wird. Für die Herstellung einer einzigen Replik benötigt die Restauratorin je nach Perlenart eine halbe bis dreiviertel Stunde. Danach kommt die heiße Perle in einen Topf mit einem Granulat zum langsamen Abkühlen. Da einige der originalen Perlen nach 1.500 Jahren nicht mehr glänzen, hat Gabi Schulz manche Repliken anschließend noch mit einer säureartigen Substanz mattiert. Andere Originalstücke wiederum glänzen nach wie vor, weshalb auch die Repliken nicht weiter bearbeitet wurden.

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Die kleine Perlenmacher-Werkstatt

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Gabriele Schulz bei der Perlenproduktion

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Auftragen der später schwarzen Augen

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Noch heiß, aber fertig

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Zum Abkühlen kommen die Perlen in einen Topf, der mit einem speziellen Granulat gefüllt ist

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Der mitgereiste Redakteur des Buxtehuder Tageblatts, Björn Vasel, versuchte sich ebenfalls in der Perlenherstellung – erfolgreich!