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Der große Umzug – Teil 1

Der langersehnte Moment des Abschlusses der ersten Sanierungsphase ist da: Die Sanierung des Sakralturms ist beendet, und es kann demnächst mit den Arbeiten im Mitteltrakt des Museumskomplexes begonnen werden. Für das Museumsteam heißt es aber vorher noch einmal tief Luft holen, Nerven bewahren und Ärmel hochkrempeln, denn die bisher im Mitteltrakt als Zwischendepot genutzten Räume müssen dafür ausgeräumt werden. So ziehen neben den wertvollen sakralen Kunstschätzen auch die sicher verpackten Gemälde, Grafiken und Textilien in den Sakralturm, der nun seinerseits bis zur Wiedereröffnung zum Zwischendepot umfunktioniert wird.

Für diese anspruchsvollen Transporte hat das Museum mit den tatkräftigen Mitarbeitern des Hamburger Unternehmens motionTeam erfahrene Umzugsspezialisten an der Seite. „Wir bringen nicht nur reine Muskelkraft mit, sondern auch eine gute Gemeinschaft im Team und gegenseitige Hilfsbereitschaft“, antwortet Steffen Ganswind, einer der Geschäftsführer, auf die Frage, was sein Team auszeichne. Dass das nicht nur leere Worthülsen sind, bestätigen die Mitarbeiterinnen des Buxtehude·Museums. Sie zeigten sich von dem höflichen Umgangston der motionTeam-Mitarbeiter untereinander sehr beeindruckt. Diese guten Grundeigenschaften haben zwar nicht alleine dazu geführt, dass die 750 kg schwere Kaffeerösterei aus der 1. Etage freischwebend in das Erdgeschoss transportiert werden konnte, aber zusammen mit der richtigen Idee und dem nötigen Werkzeug wurde diese komplizierte Aufgabe mit Bravour gemeistert. Neben diesem „Transport-Highlight“ gab es noch zahlreiche andere Arbeiten, wie z.B. Vitrinen und Kisten mit Objekten, die in die Außenlager des Museums gebracht werden mussten. Im Sakralturm wartet nun das bereits aufgebaute Spezialgerüst auf den Wiedereinzug der Triumphkreuzgruppe, die in Kürze zurück auf ihren Sockel in vier Metern Höhe gehoben werden soll.

Fazit nach Umzug – Teil 1: Nach zwei Tagen Räumen und Organisieren waren alle geschafft, hatten aber auch viel geschafft. In der übernächsten Woche geht es mit Umzug – Teil 2 und viel Zuversicht weiter.

motionTeam

Das gut gelaunte motionTeam kurz nach der Ankunft – gleich geht es los!

Kisten_Mitteltrakt

Die Kisten mit den Objekten ziehen aus…

Transport_Vitrine

Die Vitrinen ziehen aus…

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Die Kaffeerösterei zieht aus…

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Am maßgefertigten Seilzug wird die Kaffeeröstmaschine vorsichtig hinuntergelassen

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Vorsicht – freischwebende Kaffeeröstmaschine

Kaffeeroesterei_5

Touch down – Mission erfüllt

motionTeam_Geruest

Das Gerüst steht, das motionTeam sitzt

Fleißige Handwerker im Sakralturm

Bald ist es endlich soweit: Wenn die Sanierungsarbeiten im und am Sakralturm beendet sind, können die momentan im Sonderausstellungsraum des Museums gelagerten Objekte aus dem Bereich der christlichen Kunst an ihren Platz zurück. Die restlichen freien Flächen des Sakralturms werden für die Zeit, in der das restliche Museumsgebäude saniert und umgebaut wird, als Depot für empfindliche Objekte genutzt, die nicht in die Außenlager kommen.

Doch bevor der Umzug beginnen kann, sind noch viele fleißige Handwerker im Turm zu sehen, die letzte Hand anlegen und zahlreiche Tätigkeiten erledigen. Der Spannungsbogen reicht hier von groben Arbeiten, wie etwa dem Durchbruch einer Wand, in die später die Tür zum Fluchttreppenhaus eingepasst wird, bis hin zum feinen Pinselstrich des Malers, der akkurat und vorsichtig die Farbe entlang der Wandgemälde des Künstlers Michael Craig-Martin auftragen muss.

Hier sind einige Impressionen:

NDB

Voller Einsatz bei Firma NDB für eine korrekte Verkabelung

Durchbruch_Sakral

Grobe Arbeit, die dennoch mit großer Vorsicht ausgeführt wird. Ein Mitarbeiter der Firma Metzbau entfernt Wandfläche für den Einbau der Tür zum späteren Fluchttreppenturm

Maler_Pinselstrich

Der Maler der Firma Rieck zieht mit ruhiger Hand und hochkonzentriert seine PinselstricheMaler_Stuhl

Sieg_Fensterbrett

Passgenau von der Tischlerei Sieg zugeschnittene Fensterbänke kommen vor die neu im Turm eingebauten Fenster

Scholz_Bodenbelag

Firma Scholz bereitet den Fußboden für den neuen Teppich vor

Gless_Turmputzen

Rückt dem Baustaub unnachgiebig auf den Leib: Einer der gut gelaunten Mitarbeiter der Reinigungsfirma Gless.

Die Sammlung des Buxtehude·Museums von den Anfängen bis heute

Die ersten Sammlungsstücke des Buxtehude·Museums wurden bereits vor über 100 Jahren erstmals auf dem Dachboden des Rathauses der Öffentlichkeit präsentiert. Der 1880 vom damaligen Pastor primarius Höpfner gegründete „Verein zur Unterstützung einer städtischen Sammlung kunstgeschichtlicher und kunstgewerblicher Gegenstände“ lud am 1. April 1881 interessierte Besucher ein, sich die von zahlreichen Buxtehuder Bürgern zur Verfügung gestellten Objekte anzusehen. Immerhin vier Stunden war die Sammlung an dem Tag zugänglich, wie aus der zu diesem Anlass im Buxtehuder Tageblatt geschalteten Anzeige hervorgeht.

Um die Entstehung der Sammlung machte sich insbesondere der Architekt Moritz Reichel verdient. Reichel war seit 1877 als Lehrer an der königlichen Baugewerkschule Buxtehude (heute „hochschule 21″) tätig und gab dort 1880 aufgrund von Unstimmigkeiten mit dem Direktor seine Lehrtätigkeit auf. Was für ihn persönlich und beruflich sicher ein Schlag war, bedeutete für die Stadt Buxtehude ein großes Glück. Beruflich nun nicht mehr eingebunden, hatte Reichel Zeit für andere Dinge. Ein Bild aus dem Leben der Heiligen Anna, das an einer feuchten Wand in der St. Petri-Kirche hing und dem aufgrund dieser schlechten klimatischen Bedingungen der Verfall drohte, brachte ihn auf die Idee, in Buxtehude für die Eröffnung eines Stadtmuseums zu werben. Unterstützung hierfür fand er bei Höpfner, dem die Rettung zweier, ebenfalls gefährdeter Altäre aus der St. Petri-Kirche am Herzen lag und der deshalb 1880 einen entsprechenden Verein ins Leben rief.

Mit viel Sachverstand begab sich der junge Archítekt Reichel mit einigen seiner ehemaligen Schüler auf die Suche nach Kunstschätzen in verschiedenen Buxtehuder Bürgerhäusern und wurde fündig. Insgesamt nahm er 544 Zugänge innerhalb von neun Monaten in das erste Eingangsbuch auf. Der Stadtrat war begeistert von dieser Initiative und stellte für die „städtische Kunstsammlung“ den Dachboden des Rathauses zur Verfügung. Dieser Raum wurde allerdings schnell zu klein und auch dort waren die klimatischen Bedingungen direkt unter dem Pfannendach für den Erhalt der Objekte nicht förderlich. Um 1904 herum wurde dem Verein daher der Ratssaal für die Ausstellung der Sammlung angeboten. Auf einem bis heute erhaltenen Foto, das den Sammlungsgrundstock auf dem Dachboden zeigt, sind einige Objekte, wie z.B. ein geschmiedetes Zierhufeisen, zu erkennen, die sich noch bis heute in der Sammlung des Buxtehude·Museums befinden. Das Foto zeigt auch, dass man die Sammlung damals als sog. Schausammlung präsentierte, also ohne —wie heute üblich— eine bewusste Inszenierung oder nähere Erklärungen zu den Objekten. An einigen von ihnen sind sogar kleine Schildchen zu erkennen. Auf ihnen steht die Eingangsnummer, mit deren Hilfe sich bis heute der Weg des Objektes in die Sammlung nachvollziehen lässt. Glücklicherweise sind die Zugangsverzeichnisse seit den Anfängen der Sammlung erhalten und stellen einen großen Schatz des Buxtehude·Museums dar.

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Die ersten verzeichneten Zugänge aus dem Zugangsverzeichnis des Buxtehuder „Vereins zur Gründung und Unterstützung einer städtischen kunsthistorischen und kunstgewerblichen Sammlung“, 1880-1911

Hufeisen

Das verzierte Hufeisen – eines der ersten Sammlungsstücke. Laut Altverzeichnis wurde es als Schild gebraucht.

Seit Juli 1881 konnte sich Reichel wegen seiner Berufung an die Baugewerkschule in Hamburg nicht mehr im Verein engagieren. Das öffentliche Interesse an der Sammlung konnte noch einige Jahre aufrechterhalten werden; mit der Zeit ebbte es jedoch ab. Neuen Schwung gab es 1907 mit der Gründung des „Museums-Vereins“, der die Fortsetzung des „Vereins zur Unterstützung einer städtischen Sammlung kunstgeschichtlicher und kunstgewerblicher Gegenstände“ bildete. Der einzige Zweck dieses Vereins war „die Sammlung und Erhaltung der in hiesiger Stadt und Umgegend verstreuten Kunstgegenstände und Altertümer“. Nach wie vor konnte der Ratssaal zu Ausstellungszwecken genutzt werden, aber für jede Ratssitzung musste die Sammlung zur Seite geräumt werden, was bei allen Beteiligten zu Unzufriedenheit führte.

Der Grundstein für eine entscheidende Veränderung wurde im Jahre 1911 gelegt. Nach einem verheerenden  Stadtbrand standen unter anderem vom Rathaus nur noch die Grundmauern. Glücklicherweise konnte die Sammlung des Museumsvereins fast vollständig gerettet werden. Der Verein hatte mit dem Senator und Seifenfabrikanten Julius Cäsar Kähler einen wohlwollenden Mäzen gefunden, dem der museale Gedanke am Herzen lag. Er ließ ein Haus bauen, das er 1913 dem Verein mit der Auflage schenkte, dort die Sammlung unterzubringen, wie es der offiziellen Eintragung des damals in Berlin geführten Schenkungsregisters zu entnehmen ist. Damit hatte die 33 Jahre zuvor begonnene Sammlung ein eigenes Zuhause gefunden, das gleichzeitig der Beginn des Buxtehude·Museums war.

Wer mit der historischen Fotografie, die Teile der Sammlung auf dem Dachboden des Rathauses zeigt, aufmerksam durch den heutigen Altbau des Buxtehude·Museums streift, wird manches davon wiederentdecken. Einige der Objekte wurden fest in dem Haus verbaut, wie etwa der Löwenkopf oder die kleine Tür mit den floralen und figürlichen Darstellungen, die mittlerweile Teil der im 2. Obergeschoss eingebauten Prieche ist. Andere, wie die reich mit Schnitzereien verzierte Truhe, stehen dort nach wie vor als Ausstellungsstück.

Dachboden

Historische Aufnahme vom Dachboden des Rathauses mit den ersten Sammlungsstücken des Buxtehude·Museums, vor 1904

Loewenkopf

Der Löwenkopf als Teil des Treppengeländers am Aufgang zur Altländer Stube

Truhe

Die reich mit Schnitzereien verzierte Kastentruhe, um 1900

Der älteste Gebäudeteil des Buxtehude·Museums trägt somit zur aktuellen Vielfalt des Museums bei. Das Buxtehude·Museum hat seine Sammlung bis heute umfangreich erweitert und verpflichtet sich nach wie vor der Wahrnehmung seiner Kernaufgaben: Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln. Nach erfolgter Sanierung, Erweiterung und Neugestaltung der Dauerausstellungen im nächsten Jahr kann es diese Aufgaben auch wieder in vollen Umfang umsetzen.

Es ist eingerüstet

Seit November 2017 ist das Hauptgebäude des Buxtehude·Museums eingerüstet und damit haben die lange geplanten Arbeiten an Dach und Fassade sichtbar begonnen. Insbesondere der sog. Sakralturm wird gebäudetechnisch so instandgesetzt, dass dessen Hülle nach Abschluss der Maßnahmen „dicht“ ist und die 2011 installierte Klimaanlage endlich wie vorgesehen arbeiten kann. Sie ist wichtig für das Klima im Ausstellungsraum, der die empfindlichsten Objekte des Buxtehude·Museums beherbergt: die Triumphkreuzgruppe, den Passionsaltar und die trauernde Madonna — Holzobjekte aus dem 15. Jahrhundert, die auf eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit angewiesen sind.

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In den letzten Wochen wurde zunächst das gesamte Dach nach den neuesten Standards gedämmt und anschließend neu eingedeckt. Danach wurden Fenster im Bereich des Sakralturms sowohl ausgetauscht als auch nach innen geschlossen. Beste Voraussetzungen also auch für das kleine Kunstkabinett, das in der ersten Etage entstehen wird und in dem zukünftig lichtempfindliche Gemälde und Grafiken gezeigt werden.

Auf dem Baugerüst trafen sich zu Beginn der Maßnahmen der ausführende Architekt Bernd Wedemann, die Bürgermeisterin und Vorstandsvorsitzende des Museumsvereins Buxtehude Katja Oldenburg-Schmidt sowie Museumsleiterin Dr. Susanne B. Keller, um sich vor Ort über den Ablauf zu informieren. Am Ende der Besprechung waren sie sich einig: Es liegt ein langer, aber sehr lohnenswerter Weg vor uns!

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©Buxtehude·Museum

Perlen für die Pädagogik

Unser Besuch im Landesamt für Denkmalpflege in Hannover im Frühling 2017 blieb nicht ohne Folgen. Inspiriert von der Schönheit, Vielfalt und Farbigkeit der auf dem sächsischen Gräberfeld in Immenbeck bei Buxtehude gefundenen Perlen, die im Landesamt restauriert werden und wurden, ist ein „perlendes“ Spendenprojekt für das Buxtehude·Museum entstanden. Gemeinsam mit der archäologischen Restauratorin Gabriele Schulz haben wir neun verschiedene Perlen ausgesucht, nach denen sie mit viel Detailtreue und Professionalität eine limitierte Auflage von insgesamt 150 Repliken hergestellt hat.

Am 9. und 10. Dezember 2017 finden Sie den Stand des Buxtehude·Museums zwischen 12.00 und 18:00 Uhr im Rahmen des Buxtehuder Wintermärchens in der Breiten Straße. Wir freuen uns über Spenden in Höhe von 75,– Euro, 50,– Euro oder 25,– Euro, für die Sie eine der in limitierter Auflage nachgearbeiteten Perlen überreicht bekommen. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie uns Anschaffungen für unsere zukünftige pädagogische Vermittlungsarbeit.

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Diese Perlen stehen zur Auswahl

Das Gräberfeld von Immenbeck

In den Jahren 2000 bis 2004 wurde in Immenbeck bei Buxtehude das derzeit größte bekannte sächsische Körpergräberfeld des Kontinents entdeckt und ausgegraben. Mittlerweile sind mehr als 10.000 Funde registriert, davon über 5.000 Perlen. Der Friedhof wurde in der Zeit von der Mitte des 4. Jh. bis zur Mitte des 6. Jh. n. Chr. genutzt und begeistert heute nicht nur die Fachwelt durch die sensationellen Funde, die nach der Wiedereröffnung des Buxtehude·Museums endlich zu sehen sein werden.

 

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Der Gräberfeldplan von Immenbeck bei Buxtehude

Perlen wurden in fast jedem Frauengrab gefunden. Sie bestechen durch ihre Unterschiedlichkeit in Größe, Farbigkeit und Form. So schwankt ihre Größe zwischen 1 und 35 mm, sie sind einfarbig oder bunt, rund oder blumenförmig. Hergestellt wurden die Perlen aus Glas, Bernstein oder vereinzelt auch aus Silber. Unklar ist, ob die Perlen vor Ort gefertigt wurden oder über Handelswege zu den damals hier lebenden Menschen kamen.

Besuch in der Glasperlenwerkstatt

Bevor Gabriele Schulz mit der Produktion der Repliken begann, beschäftigte sie sich erst einmal ausführlich mit den in Immenbeck gefundenen Originalperlen. Jede einzelne wurde genau vermessen und auf ihre Farben und Eigenarten hin untersucht. Insbesondere die Gelb- und Grüntöne stellten sie vor eine Herausforderung. „Die Zusammensetzung des Rohglases hat sich bis heute verändert, wodurch sich andere Farbnuancen als bei den Originalperlen ergeben“, sagt Gabriele Schulz und erklärt, dass sie lange gebraucht hat, bis sie Farben gefunden hatte, die ihren hohen Ansprüchen genügen. Während sie den um einen Stab gewickelten Glasfaden in einer 1.000 Grad heißen Flamme dreht und dabei zum Schutz eine gefärbte Brille trägt, wird deutlich, dass in dieser Phase der Produktion nicht erkennbar ist, welche genauen Farbton die Perle nach der Abkühlung haben wird. Für die Herstellung einer einzigen Replik benötigt die Restauratorin je nach Perlenart eine halbe bis dreiviertel Stunde. Danach kommt die heiße Perle in einen Topf mit einem Granulat zum langsamen Abkühlen. Da einige der originalen Perlen nach 1.500 Jahren nicht mehr glänzen, hat Gabi Schulz manche Repliken anschließend noch mit einer säureartigen Substanz mattiert. Andere Originalstücke wiederum glänzen nach wie vor, weshalb auch die Repliken nicht weiter bearbeitet wurden.

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Die kleine Perlenmacher-Werkstatt

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Gabriele Schulz bei der Perlenproduktion

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Auftragen der später schwarzen Augen

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Noch heiß, aber fertig

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Zum Abkühlen kommen die Perlen in einen Topf, der mit einem speziellen Granulat gefüllt ist

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Der mitgereiste Redakteur des Buxtehuder Tageblatts, Björn Vasel, versuchte sich ebenfalls in der Perlenherstellung – erfolgreich!

Nun hat auch die „Keimzelle“ geschlossen

Am 20. August 2017 war es soweit: Die letzten Besucher des bisher am Wochenende geöffneten Altbaus, der sog. „Keimzelle“ des Buxtehude·Museums wurden mit Handschlag verabschiedet. Die Sanierungsarbeiten sind so weit vorangeschritten, dass nun auch die Türen des „Heimatmuseums“ geschlossen bleiben. Das Bedauern hierüber wird jedoch von der Freude auf die kommende Zeit der Modernisierung und vor allem der Arbeiten an der Neukonzeption der Dauerausstellungen überstrahlt. In den nächsten Monaten wird das Museum zur Großbaustelle, an deren Ende neue und moderne Räume auf die Neueinrichtung warten.

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Museumsmitarbeiterin Karina B. Schneider verabschiedet die letzten Besucher mit Handschlag

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Sie machen das Licht aus: Hans-Ulrich Angerstein, Eva Jentzsch und Karina B. Schneider

Herzlichen Glückwunsch Elke Brand

25 Jahre Mitarbeit im Buxtehude·Museum – nach ihren Kolleginnen Karina Schneider und Susanne Mayerhofer blickt nun auch Kunsthistorikerin Elke Brand auf diese langjährige Zugehörigkeit zurück. 1992 kam sie zum Team des damals gerade erweiterten Buxtehude·Museums und wirkte im Laufe der Jahrzehnte bei zahlreichen Sonderausstellungen mit. Insbesondere liegt ihr aber der Altbau mit dem Heimatmuseum, die „Keimzelle“ des Buxtehude·Museums am Herzen, den sie wissenschaftlich betreut. Hier ist Elke Brand Expertin für die Objekte zu alter Handwerkskunst oder historischer Wohnkultur.

Ihr letztes großes Werk liegt erst kurz zurück: Ende des letzten Jahres erschien die neueste Publikation der Buxtehuder Museumsschriften „…der hat wohl gebaut. Buxtehude in historischen Bauaufnahmen“, die sie maßgeblich mitgestaltet hat. Das Titelbild bot einen willkommenen Anlass für die Kolleginnen, eine kreativ gestaltete Erinnerung an die teilweise gemeinsamen 25 Jahre zu verschenken.

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Museumsleiterin Dr. Keller gratuliert Elke Brand zu deren 25-jährigem Dienstjubiläum

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Es steckt ganz viel Elke Brand in dieser Bauaufnahme

Der Himten – ein altes Maß

Ein weiteres Lieblingsstück stellt Robert Kamprad, nicht nur langjähriges Mitglied des Buxtehuder Rates, sondern auch im Museumsverein Buxtehude vor. Wir freuen uns, dass er sein umfangreiches ehrenamtliches Engagement auch auf das Buxtehude·Museum erstreckt.

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Robert Kamprad präsentiert den Himten

Eins meiner Lieblingsstücke aus der Sammlung ist….

…der Buxtehuder Himten, ein altes Hohlmaß für Getreidekörner. Im Unterelberaum waren Himten mit ganz unterschiedlichem Fassungsvermögen in Gebrauch. Gemeinsam hatten sie nur den Namen. Das Maß war unterschiedlich geeicht, so hatte z.B. der Buxtehuder Himten 31,385 Liter, der Sittenser Pastorenhimten aber 18,170 Liter.

Wann und wie hat es seinen Weg in das Buxtehude·Museum gefunden?

Der Himten stammt ursprünglich aus meiner Familie. Wir haben ihn erst 1990 bei der grundlegenden Sanierung unseres Fachwerkhauses, das seit Jahrhunderten in Familienbesitz ist,  wiederentdeckt. Nachdem sämtliche Steine des Fachwerkhauses entfernt waren, standen nur noch die Gefache, die das „Skelett“ des Hauses bilden. Im Zuge dieser Arbeiten stießen wir und zwischen dem Erdgeschoss und dem 1. Obergeschoss auf eine Zwischendecke, die vorher nicht erkennbar war. Ich habe mich dann erinnert, dass meine Mutter in meiner Kindheit davon erzählt hat und zu berichten wusste, dass diese Zwischendecke in Kriegszeiten als Versteck für wichtige Dinge genutzt wurde. So fanden wir hier neben dem Himten noch Teile eines Silberbestecks, sowie eine hölzerne Schrotschaufel.

1992 habe ich den Himten dann dem Buxtehude·Museum geschenkt.

Was fasziniert Sie an dem Objekt?

Als Buxtehuder bin ich natürlich von dem Himten fasziniert, weil er durch das Stadtwappen, das man auf ihm sieht, eindeutig als ein Objekt einzuordnen ist, das offiziell von dieser Stadt zur Verwendung freigegeben wurde. Auch die eingestanzte Jahreszahl 1840 verleiht ihm eine gewisse Würde und verweist darauf, dass er viele Jahrzehnte Geschichte erlebt und hinter sich hat. Das Niedersachsenpferd, das auf dem äußeren Rand zu sehen, könnte auf eine übergeordnete Bedeutung des Hohlmaßes schließen lassen.

Wenn Ihr Herzensobjekt Ihnen antworten könnte, was würden Sie es fragen?

Spontan fällt mir eine sehr persönliche Frage ein: „Wer hat Dich in die Zwischendecke gestellt?“. Natürlich wüsste ich auch gerne, wer aus unserer Familie den Himten benutzt hat und was konkret mit ihm gemacht wurde.

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Das Buxtehuder Stadtwappen auf dem Himten

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Das Niedersachsenpferd ist deutlich zu erkennen

Eine Ära geht zuende

Bei der letzten Mitgliederversammlung des Museumsvereins Buxtehude im Juni 2017 verabschiedete die Vorstandsvorsitzende Katja Oldenburg-Schmidt das langjährige Vorstandsmitglied Horst-Günther Bartmer. Herr Bartmer führte als Vorsitzender den Museumsverein seit dessen Gründung im Jahr 1989 bis zum Wechsel des Vereinsvorsitzes im Jahr 2015. Horst-Günther Bartmers Urgroßonkel, dem Buxtehuder Senator Julius Cäsar Kähler, ist die Keimzelle des heutigen Buxtehude·Museums zu verdanken. Kähler stiftete 1913 den Buxtehuder Bürgern das „Heimatmuseum“, den heutigen Altbau, dessen malerische Fassade am St. Petri-Platz viele Touristen anzieht. Mit seinem ausgeprägten Sinn für Traditionsbewusstsein setzte sich Herr Bartmer immer wieder für die Belange des Museums ein und erreichte schließlich mit seinen Mitstreitern 1989 die Museumserweiterung in Richtung Stavenort.

Da er nun seinen Vorstandsvorsitz im Heimatverein Buxtehude aufgibt, scheidet er auch aus dem Vorstand des Museumsvereins aus. Frau Oldenburg-Schmidt dankte ihm für sein außergewöhnliches Engagement und überreichte ihm neben einem großen Blumenstrauß eine Dauerkarte für das wahrscheinlich Ende 2018 wiedereröffnete Buxtehude·Museum.

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Die Vorstandsvorsitzende des Museumsvereins Buxtehude Katja Oldenburg-Schmidt bedankt sich bei dem scheidenden Vorstandsmitglied Horst-Günther Bartmer für dessen verdienstvolle und langjährige Mitarbeit

Sie arbeiten am Buxtehude·Museum der Zukunft

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Die Museumsplaner arbeiten konzentriert in den Räumen der zukünftigen Archäologie

Bei den regelmäßigen Abstimmungssitzungen zur Sanierung des Museums treffen sich Fachleute der unterschiedlichsten Richtungen, um ein gemeinsames Ziel zu verwirklichen: gut funktionierende, klimatisierte und ansprechende Gebäude in Verbindung mit neuen, spannenden Ausstellungen für das neue Buxtehude·Museum. Der zukünftige Besucher und die zu präsentierenden Objekte stehen für alle an erster Stelle. Nur ab und zu gibt es fragende Blicke, wenn Fachplaner, Architekten, Ausstellungsgestalter, Archäologen oder Kunsthistorikerinnen aus dem Nähkästchen plaudern, geheimnisvoll klingende Abkürzungen benutzen oder bei nüchtern erscheinenden Leitungen ins Schwärmen geraten. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist herausfordernd, aber sie eröffnet auch neue Horizonte und verschafft neue Sichtweisen, die dem gemeinsamen Ziel nur gut tun können, wie alle immer wieder übereinstimmend feststellen.