Archiv für den Autor: museumsverein

Die trauernde Madonna – Auf Entdeckungsreise mit den Augen

Susanne Mayerhofer, langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin des Buxtehude·Museums, stellt Ihnen ihr Lieblingsobjekt vor. Sie hat, neben vielen anderen Dingen, die Dauerausstellung im Sakralturm entwickelt und ihn im Jahr 1997 mit dem britischen Künstler Michael Craig-Martin zu einem Highlight werden lassen. Kein Wunder also, dass ihr Herzensobjekt eines der sakralen Objekte ist.

Madonna_1_web

Susanne Mayerhofer vor der Madonna, die aufgrund der Museums-Sanierung auf ihre Rückkehr in den Sakralturm wartet

1. Eins meiner Lieblingsstücke aus der Sammlung ist….

die lebensgroße Holzfigur einer trauernden Maria. Ihre Haltung weist darauf hin, dass sie ursprünglich zu einer Kreuzigungsgruppe gehörte. Die stehende Madonna ist vermutlich um 1470/1480 in einer Hamburger Werkstatt gefertigt worden. Sie ist aus Eichenholz geschnitzt und war ursprünglich – wie dies bei mittelalterlichen Bildwerken üblich war – „gefasst“: Sie war bemalt und farbig gestaltet. Form und Farbe bildeten eine Einheit, doch wurden die Farbschichten wahrscheinlich im 19. Jahrhundert bis auf den plastisch geformten Holzkern entfernt und durch die heute sichtbare dunkle Beize ersetzt. Die Vorgehensweise spiegelt eine im Zeitgeschmack des Klassizismus und der Romantik wurzelnde Tendenz in der Restaurierungsgeschichte wieder. Man schätzte den mittelalterlichen Gestaltungswillen falsch ein und begriff die originale Farbfassung nicht als Teil des Kunstwerks.

Laut mündlicher Überlieferung ist die trauernde Maria schon im 30jährigen Krieg schwer beschädigt worden. In den Religionskriegen kam es häufig vor, dass sakrale Bildwerke mutwillig entstellt wurden, wozu insbesondere das Abschlagen der Nasen zählte. Außerdem hat die Buxtehuder Maria ihre Hände eingebüßt, die sie ursprünglich vor ihrem sanft geschwungenen Körper hielt.

2. Wann und wie hat es seinen Weg in das Buxtehude·Museum gefunden?

Die trauernde Maria zählt zu den ältesten Sammlungsstücken des Buxtehude·Museums und wird als Leihgabe der St.-Petri-Kirchengemeinde geführt. Schon im Eingangsbuch von 1881 wird sie als „Holzschnitzarbeit“ bezeichnet. Sie befand sich also schon damals in dem heutigen Zustand.

3. Was fasziniert Sie an dem Objekt?

Trotz aller Beschädigungen und Verluste strahlt die Figur nach meinem Empfinden große Vollkommenheit aus.

Die in sich gekehrte Gestalt besticht durch ihre zurückhaltende, ja elegant wirkende Schlichtheit. Ihr einfacher Mantel ist in wenigen Falten drapiert und umschließt die schlank aufragende Figur. Er gibt nur einen schmalen Ausschnitt des in geraden senkrechten Falten fallenden Kleides preis. In einem sanften S-Schwung wird der Blick von dort zum Antlitz gelenkt. Es ist in tiefer, still verinnerlichter Trauer versunken. Alles konzentriert sich auf den leise erduldeten, dadurch aber nicht weniger intensiven Schmerz.

Da mein Blick durch die Kunst des 20. Jahrhunderts und ihre von der Konvention abweichenden Ausdrucksmittel geprägt ist, gelingt es mir, sogar die offensichtlich erlittenen

Schäden – den Verlust von Nase und Händen – in mein Bild der trauernden Madonna zu integrieren. Sie wirken auf mich wie Wunden, die diese Maria mit Würde erträgt.

4. Wenn Ihr Herzensobjekt Ihnen antworten könnte, was würden Sie es fragen?

Gern würde ich wissen, wer die Marienfigur geschaffen hat, wie sie ursprünglich ausgesehen hat und wo sie aufgestellt war; darüber hinaus würde ich auch gern mehr über ihre Geschichte und die Motive für die Eingriffe und Veränderungen erfahren. Da die schriftlichen Quellen nicht ergiebig sind, bleibt die Figur selbst Zeitzeugin ihres Wandels. Auch wenn die originale Einheit unwiederbringlich verloren und nicht wiederherzustellen ist, so können vielleicht aus Resten der alten Farbschichten, die sich in den Faltentiefen erhalten haben, doch noch Erkenntnisse über das beeindruckende Bildwerk gewonnen werden!

Madonna_Detail_1_web

Susanne Mayerhofer untersucht die Madonna mit einem Handmikroskop…

Madonna_Farbreste_web

und findet winzige Reste blauer Farbe in den Gewandfalten

Madonna_Turm_web

So wird die Madonna nach Ende der Umbauarbeiten wieder im Sakralturm zu sehen sein

 

Der Plan ist gut

Noch schafft der Bagger Platz für die neuen Gebäude, aber in Kürze wird das Grundstück für die Erweiterung des Museums frei sein. Auf der Baustelle treffen sich am letzten Abrisstag der Architekt Bernd Wedemann, der Leiter des Bauamts Michael Nyveld und die Leiterin des Buxtehude·Museums, Dr. Susanne B. Keller, um die Pläne des Architekturbüros Wedemann zu studieren. „Hier entsteht der neue Sonderausstellungsraum, darüber die Erweiterung der stadtgeschichtlichen Abteilung“, erklärt Bernd Wedemann und deutet hinter sich, um den beiden anderen den Bereich für die zukünftigen Bauten zu zeigen.  Dr. Susanne B. Keller freut sich besonders über den zusätzlichen Raum im 1. Obergeschoss, der dringend für die umfangreiche Stadtgeschichte Buxtehudes benötigt wird. Damit ist Platz für ein interaktives Stadtmodell und natürlich können mehr Geschichten erzählt und Objekte dazu gezeigt werden.

Abriss_Samel_9_klein

Architekt Bernd Wedemann erläutert seine Pläne

Zur Viverstraße hin ist ein Depotgebäude geplant, das dem Museum Raum für Stühle und Vitrinen bieten wird und in dem es erstmals ein professionelles Gemäldedepot einrichten kann. Erfreulicherweise konnten für die Gemäldezuganlage bereits Fördermittel von der Hermann-Reemtsma-Stiftung eingeworben werden.

Der Plan ist gut, finden alle – und freuen sich auf seine Realisierung.

 

Nachts im Museum

Trachtenhaube trifft Rüsselbecher – Bei uns kommen Schätze ans Licht

Bei der Neuauflage der Nacht des Wissens ist das Buxtehude·Museum am Freitag, 31.3.2017 dabei.

Das Team vom Buxtehude·Museum zeigt und erzählt, was sich alles hinter den geschlossenen Türen bewegt. Wie werden die verschiedenen historischen Schätze dokumentiert, gepflegt und erforscht? Was haben die Archäologen auf dem Gräberfeld in Buxtehude-Immenbeck gefunden und wie erging es den Funden danach?

Wir bieten eine Führung um 18:30 Uhr und eine weitere um 20:00 Uhr an. Die Führungen beginnen im Altbau des Museums am St. Petri-Platz 9.

Aufgrund der momentanen Umbauarbeiten müssen wir die Teilnehmerzahl leider auf maximal 20 Personen begrenzen.

web_BWW_2017

Der Link zum gesamten Programm in Buxtehude

 

So spannend kann Gips sein

Lisa-Marie Bruenninski, die Vor- und Frühgeschichte studiert, absolvierte im Februar 2017 ein freiwilliges Praktikum bei uns. Ihr Studium der Vor- und Frühgeschichte hat sie aus Leidenschaft gewählt und so ist es kein Wunder, dass ihr Lieblingsobjekt aus diesem Fachgebiet stammt.

Eins meiner Lieblingsstücke aus der Sammlung ist….

das Objekt mit der Inventarnummer e / 01701, die Gipsnachbildung eines jungsteinzeitlichen Steinbeils.

LMB_Steinbeil_web

Lisa-Marie Bruenninski vermisst das Steinbeil für die genaue Erfassung des Objektes in der Datenbank

Wann und wie hat es seinen Weg in das Buxtehude·Museum gefunden?

Die Gipsnachbildung wird erstmals 1881 im „Eingangsbuch des Museumsvereins von 1881 – 1911“ genannt. Das Imitat ist eins der ersten Objekte, die dort eingetragen wurden. Damit entspricht der Gipsabdruck ganz dem Zeitgeist des 19. Jahrhunderts, denn man versuchte zu dieser Zeit durch Gipsimitate große Universalsammlungen, u. a. in Universitäten, in Museen und privaten Lehrsammlungen zu gründen. Durch Abdrücke wurden so Skulpturen, Gefäße, Geräte und Waffen aus verschiedenen Kulturen und Epochen zugänglich gemacht.

Die Nachbildung des Beils ist Bestandteil einer Sammlung von ursprünglich zehn Gipsabdrücken von prähistorischen Steinbeilen und –Äxten. Die Sammlung wird als Geschenk von Julius Scharlok (1809-1899) im ersten Eingangsbuch des Museums aufgeführt. Scharlok war Botaniker und 1883 Gründungsmitglied der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Besonders bemerkenswert ist, dass sich an einigen seiner Gipsabdrücke noch Aufkleber mit den Nummern aus dem Eingangsbuch von 1881 befinden.

Was fasziniert Sie an dem Objekt?

Mich fasziniert, wie detailgetreu man im 19. Jahrhundert den Feuerstein nachgebildet hat. Das Imitat hat eine Färbung, die dem Original sehr ähnlich sein muss, außerdem sind die Stellen erkennbar, die man bei einem Original als „Abschlagsnegative“ bezeichen würde. Das sind die Stellen am Stein, die eingedellt wirken, denn dort hat man mit gezielten Schlägen etwas vom Stein abgeschlagen. Ganz besonders spannend finde ich drei kleine, ausgemalte Einkerbungen an der Schneide des Beils. Sie zeigen an, dass das Original-Beil in der Vorgeschichte tatsächlich genutzt wurde.

Wenn Ihr Herzensobjekt Ihnen antworten könnte, was würden Sie es fragen?

Ich würde gerne wissen, wer diese tolle Gipsnachbildung gefertigt hat und vor allem wo. Der Schenker Julius Scharlok stammt aus dem preußischen Graudenz; warum hat er seine Sammlung ausgerechnet dem Buxtehuder Heimatverein geschenkt? Natürlich interessiert mich auch das Originalstück. Woher kommt es? Wer hat es gefunden? Wer hat damit Holz bearbeitet? Die Frage um Julius Scharlok lässt sich vielleicht klären, aber der Nutzer des Beils liegt mehrere Jahrtausende in der Vergangenheit verborgen.

Steinbeil_gesamt_web

Die Nachbildung des Steinbeils

Steinbeil_Detail_web

In der Mitte des Nachbildung erkannt man die detailgetreu nachgearbeitete Einkerbung

Die Prieche

Für die Präsentation eines neuen Lieblingsobjekts konnten wir Helmut Gretscher, Vorstandsmitglied im Museumsverein Buxtehude e. V. und langjähriger Museumsführer, gewinnen. Eigentlich gehört sein Herz allen Museumsobjekten, aber er hat sich nach einiger Bedenkzeit doch für ein persönliches Highlight entschieden.

Prieche_1_klein

Helmut Gretscher vor der Prieche, die im historischen Altbau zu sehen ist

Eins meiner Lieblingsstücke aus der Sammlung ist….

…die Prieche -ein Vorbau-  mit ihren renaissanceähnlichen Schnitzereien, die im 2. Stock des historischen Altbaus des Buxtehude·Museums eingebaut ist.

Wann und wie hat es seinen Weg in das Buxtehude·Museum gefunden?

Die Prieche ist seit dem Bau des ehemaligen Heimatmuseums, also seit 1913, im Museum. Bereits in den Plänen des Architekten von 1911 ist sie eingezeichnet und wurde dementsprechend als festes Objekt installiert.

Was fasziniert Sie an dem Objekt?

Das Material Holz in seiner vielfältigen Ausprägung hinsichtlich der Maserung, Farbe und Konsistenz hat mich bereits in meiner Jugend fasziniert. Damit wurde aber auch mein Interesse für aus Holz gefertigte Gegenstände geweckt. Am Beispiel der „Prieche“ beeindruckt mich die gelungene Synthese aus handwerklicher Präzision und künstlerischer Gestaltung, mit – gemessen an heutigen Maßstäben – begrenzten Mitteln aus dem sehr harten Eichenholz herausgearbeitet.

Wenn Ihr Herzensobjekt Ihnen antworten könnte, was würden Sie es fragen?

Ich würde wissen wollen, aus welchem Buxtehuder Haus die Prieche stammt und wer sie angefertigt hat.

Prieche_Detail_klein

Detail mit wunderschöner Schnitzarbeit

Die Bauarbeiten beginnen

Bagger schafft Platz

Drei Tage nur brauchte der Bagger, um für den geplanten Erweiterungsbau des Museums Platz zu schaffen. Eine Garage sowie die ehemalige Backstube der Bäckerei Samel wurden sorgsam und mit viel Feingefühl vom Team des Abrissunternehmens Meybohm abgerissen. Nun ist Raum frei für den geplanten Ergänzungs-Neubau, in dem ein Sonderausstellungsraum sowie ein zusätzlicher Raum im 1. Obergeschoss für die neue Dauerausstellung zur Stadtgeschichte sein wird.

samel_1abriss_samel_1_klein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

abriss_samel_5_kleinabriss_samel_6_klein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neues Museumsheft erschienen

bauaufnahmen_mitwirkende_klein

An der Entsehung des Museumsheftes waren beteiligt (von li nach re): Ludwig Röver (hs 21), Kristin Mulansky (hs 21), Bernd Utermöhlen (Stadtarchiv Buxtehude), Dr. Susanne B. Keller (Leitung Buxtehude·Museum), Michael Jalowczarz (Atelier Donatius & Jalowczarz), Sabine Heidrich (hs 21), Elke Brand (Buxtehude·Museum)

„…der hat wohl gebaut. Buxtehude in historischen Bauaufnahmen“ hieß die im Jahr 2012 im Buxtehude·Museum für Regionalgeschichte und Kunst gezeigte und in Kooperation mit der hochschule 21 und dem Stadtarchiv entstandene Sonderausstellung. Zu sehen waren 47 zwischen 1909 und 1963 entstandene Zeichnungen von Buxtehuder Altstadthäusern. Studenten der ehemaligen Königlichen Baugewerkschule, später der Fachhochschule Nordostniedersachen, der heutigen hochschule 21, hatten sie im Rahmen ihres Architektur- und Bauingenieurstudiums in eigens angebotenen Kursen angefertigt. Bis heute ist es Aufgabe von Studierenden, Bauaufnahmen von Gebäuden anzufertigen, um wertvolle alte Bausubstanz zu dokumentieren und sich in der detaillierten und anschaulichen Bauzeichnung zu üben.

Aufgrund des großen Erfolgs der Ausstellung und des häufig geäußerten Wunsches der Besucher wurde nun eine Publikation aufgelegt, die die ausgewählten Bauaufnahmen um historische Fotografien und Postkarten zu den gezeichneten Gebäuden ergänzt. Dabei wurde der Aufbau der Ausstellung für die Publikation übernommen: Die teils farbigen Bauaufnahmen sind nach neun Straßenzügen geordnet. Der aktuelle Band der Buxtehuder Museumshefte bietet dem Leser die Möglichkeit, die historische Buxtehuder Altstadt neu zu entdecken. Am Ende des Bandes finden sich aktuelle Fotos der heutigen Häuserensembles, sodass jeder Leser beim nächsten Altstadtbummel nachvollziehen kann, welche Häuser erhalten, verändert oder gar nicht mehr vorhanden sind.

Das neue Buxtehuder Museumsheft ist ab sofort zu den Öffnungszeiten des Buxtehude·Museums – derzeit Sa und So 11-17 Uhr, Eingang am St. Petri-Platz–, sowie im Buxtehuder Buchhandel erhältlich.

bauaufnahme_titelblatt

Das neue Museumsheft

Der erste Meilenstein kann gefeiert werden

„Geschafft!“. Voller Stolz blickt das „Inventarisierungs-Team“ in die leere Rollregal-Anlage des Magazins im Keller, in der die wertvollen Objektbestände des Museums gelagert waren. In den vergangenen Wochen wurden die Objekte vorsichtig und Stück für Stück herausgenommen, um sie im Rahmen einer „Schnellinventarisierung“ im 1. Obergeschoss weiter zu bearbeiten. Jedes Objekt bekommt eine Nummer, wird fotografiert und in die digitale Datenbank eingepflegt. Alle Informationen, die zu dem Objekt bekannt sind, werden ebenfalls hinterlegt. Besonders spannend sind immer wieder die Geschichten, die von den ehemaligen Besitzern zu dem Objekt erzählt wurden, soweit sie denn überliefert sind. Das lässt einzelne Stücke lebendig werden und macht sie für das Buxtehude·Museum kostbar. Bevor das Museumsgut wieder fachgerecht verpackt wird, erfolgt noch eine Beurteilung des Zustands aus restauratorischer Sicht. Für den Erhalt der Objekte müssen je nach Ergebnis eventuell noch konservatorische Maßnahmen ergriffen werden, bevor sie wieder eingelagert werden.

Auch die Bereiche neben der Rollregal-Anlage sind leergeräumt. Die dringend notwendige Sanierung des Magazins kann nun beginnen. Für die Lagerung der Museumssammlung sind genaue konservatorische Vorgaben zu erfüllen, die Voraussetzung für deren langfristige Unversehrtheit und Bewahrung sind.

In den oberen Geschossen geht die Arbeit für das Team weiter. Neben der konzentrierten Inventarisierungs-Arbeit gibt es dabei immer wieder Momente, in denen die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen begeistert an einzelnen Objekten und deren Geschichte hängen bleiben. Sie haben ihren Beruf eben aus Leidenschaft gewählt…

magazin_leer_bearb_1

„Leer“! Der erste Meilenstein ist geschafft.

 

 

Historische Landkarten

Als ihr Lieblingsobjekt präsentiert Museumsmitarbeiterin Susanne Gratza, die neben ihrer Aufgabe als Assistentin der Musemsleiterin auch die Öffentlichkeitsarbeit des Hauses betreut, ein Objekt, das durch die vorbereitenden Arbeiten zur Sanierung des Magazins ans Licht kam.

atlas_1

Entdecker, Forscher, Weltenfahrer – mit historischen Landkarten in Gedanken unterwegs in ferne Länder

 

  1. Eins meiner Lieblingsstücke aus der Sammlung ist….

…ein Buch mit verschiedenen historischen Landkarten, die größtenteils aus dem 18. Jahrhundert stammen. Sie wurden 1893 von der Buchdruckerei Hausmann aus Buxtehude zu einem wunderschönen Buch zusammengefasst.

  1. Wann und wie hat es seinen Weg in das Buxtehude·Museum gefunden?

Das Buch mit den Landkarten gehört zum sog. Altbestand des Museums, was bedeutet, dass es seit den Anfängen des Museums im Haus ist.

  1. Was fasziniert Sie an dem Objekt?

Wenn ich das Buch berühre, stelle ich mir vor, wie sein Besitzer vielleicht mit ihm in der Hand in Gedanken und Tagträumen Reisen in die Welt unternommen hat. Reisen war zu der Zeit anstrengend, nur für einen Bruchteil der Menschen erschwinglich und wenn es nach Übersee ging mit Gefahren verbunden. Daher male ich mir aus, wie jemand sich vom Fernweh gepackt, im Buch Karten gesucht und in seinem Kopf die dargestellten Länder oder Landstriche hat Wirklichkeit werden lassen. Die Karten haben das Kopfkino sicher unterstützt, denn auf einigen von ihnen finden sich Illustrationen, die für die damalige Zeit exotische Städte oder Menschen zeigen. Bei einigen finden sich zudem geschichtliche Erläuterungen zu den Ländern oder Städten, deren Lektüre aus heutiger Sicht besonders spannend ist.

Außerdem liebe ich Bücher, die haptisch besonders ansprechend sind. Das Buch beeindruckt alleine durch seine Größe, sein Gewicht und den wunderbaren Einband mit den großen Schließen.

  1. Wenn Ihr Herzensobjekt Ihnen antworten könnte, was würden Sie es fragen?

Hatte Dein Besitzer Lieblingsländer? Hat er tatsächlich weite Reisen unternommen? Warst Du Anschauungsobjekt für Kinder, denen Geschichte und Geografie beigebracht werden sollte? Hat vielleicht sogar Herr Röding Deine Karten betrachtet und so seine Liebe zur Marine entdeckt? Erzählst Du mir Deine Geschichte?

img_8866

Karte von Gibraltar

atlas_detail_1

Detail einer Amerika-Karte

Märchenhaftes im Buxtehude·Museum

 

Druck

Wir machen mit beim Internationalen Märchenfestival

Eine märchenhafte Woche steht in Buxtehude an und das Buxtehude·Museum ist dabei. Am Samstag, 22. Oktober 2016 laden wir jeweils um 13:00 und um 15:00 Uhr Menschen ab 5 in unser Kino im historischen Altbau ein. Gezeigt wird der Film „Der Wettlauf zwischen den Hasen und dem Igel“ mit den liebenswerten „Mecki-Figuren“. Platz gibt es jeweils für zehn Personen; der Eintritt ist frei.

Das komplette Programm des Märchenfestivals finden Sie hier.