Kategorie-Archiv: Sanierung / Neueinrichtung

Nun hat auch die „Keimzelle“ geschlossen

Am 20. August 2017 war es soweit: Die letzten Besucher des bisher am Wochenende geöffneten Altbaus, der sog. „Keimzelle“ des Buxtehude·Museums wurden mit Handschlag verabschiedet. Die Sanierungsarbeiten sind so weit vorangeschritten, dass nun auch die Türen des „Heimatmuseums“ geschlossen bleiben. Das Bedauern hierüber wird jedoch von der Freude auf die kommende Zeit der Modernisierung und vor allem der Arbeiten an der Neukonzeption der Dauerausstellungen überstrahlt. In den nächsten Monaten wird das Museum zur Großbaustelle, an deren Ende neue und moderne Räume auf die Neueinrichtung warten.

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Museumsmitarbeiterin Karina B. Schneider verabschiedet die letzten Besucher mit Handschlag

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Sie machen das Licht aus: Hans-Ulrich Angerstein, Eva Jentzsch und Karina B. Schneider

Sie arbeiten am Buxtehude·Museum der Zukunft

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Die Museumsplaner arbeiten konzentriert in den Räumen der zukünftigen Archäologie

Bei den regelmäßigen Abstimmungssitzungen zur Sanierung des Museums treffen sich Fachleute der unterschiedlichsten Richtungen, um ein gemeinsames Ziel zu verwirklichen: gut funktionierende, klimatisierte und ansprechende Gebäude in Verbindung mit neuen, spannenden Ausstellungen für das neue Buxtehude·Museum. Der zukünftige Besucher und die zu präsentierenden Objekte stehen für alle an erster Stelle. Nur ab und zu gibt es fragende Blicke, wenn Fachplaner, Architekten, Ausstellungsgestalter, Archäologen oder Kunsthistorikerinnen aus dem Nähkästchen plaudern, geheimnisvoll klingende Abkürzungen benutzen oder bei nüchtern erscheinenden Leitungen ins Schwärmen geraten. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist herausfordernd, aber sie eröffnet auch neue Horizonte und verschafft neue Sichtweisen, die dem gemeinsamen Ziel nur gut tun können, wie alle immer wieder übereinstimmend feststellen.

Diamonds are a girl’s best friend ?

So sang es Marilyn Monroe 1953 und mochte davon auch überzeugt sein. Aus einem anderen Material aber mindestens genauso beeindruckend und einmalig sind die vielen Perlen, die auf dem sächsischen Gräberfeld bei Buxtehude-Immenbeck gefunden wurden. Das wurde noch einmal bei einem Besuch im niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege deutlich.

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Andrea Tröller-Reimer und Gabriele Schulz vom Landesamt für Denkmalpflege freuen sich über den Besuch der Buxtehuder Museumsleiterin

Museumsleiterin Dr. Susanne B. Keller machte sich auf den Weg in die Landeshauptstadt, um sich dort einen Überblick über den Bearbeitungsstand der Ausgrabungsfunde zu verschaffen. Im Landesamt lagern immer noch zahlreiche Blöcke aus dem Grabungsfeld, die darauf warten, geöffnet zu werden. Zwar sind alle geröntgt, womit ihr Inhalt weitestgehend bekannt ist. Aber dennoch kommen ab und zu noch Dinge ans Licht, die selbst von den Röntgenstrahlen nicht erkannt wurden. Andrea Tröller-Reimer, die zuständige Restauratorin für Altertumskunde vom Landesamt, war selbst einige Male überrascht. „Als ich z.B. den einen Block öffnete, war ich aufgrund des Röntgenbefundes überzeugt, eine Fibel und wenige Perlen vorzufinden. Also eine Arbeit für einen knappen Tag. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass darüber hinaus viele nur millimetergroße blaue Perlen in dem Block waren, so dass ich mit der Dokumentation und dem Freilegen erheblich länger beschäftigt war”, erzählt sie schmunzelnd und gleichzeitig begeistert über die Vielfalt der gut erhaltenen Schmuckstücke.

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In den „Katakomben“ des Landesamtes: Andrea Tröller-Reimer, Dr. Susanne B. Keller und Gabriele Schulz vor einem Teil der als Block geborgenen Grabbeigaben aus dem Grab AE 73 aus Buxtehude-Immenbeck

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In diesen Blöcken warten noch einige Funde auf ihre Freilegung

Begeistert zeigte sich auch Frau Dr. Keller, die sich bereits auf die Präsentation der Perlen in der neuen archäologischen Abteilung freut. „Die Vielfalt, die Farbigkeit und der Erhaltungszustand der Perlen sind einmalig und sie werden neben den fantastischen Glasfunden ein weiteres Highlight sein”, verspricht sie.

Gabriele Schulz, ebenfalls Restauratorin am Landesamt, hat bereits etliche der Perlen restauriert und ist ihrem Zauber völlig erlegen. Privat hat sie begonnen, einige der Perlen nachzuarbeiten, zum einen, um den historischen Herstellungsprozess nachzuvollziehen, zum anderen, um sie in ihrer ursprünglichen Schönheit auferstehen zu lassen.

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Eine kleiner…

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…Vorgeschmack…

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…auf die archäologische Ausstellung

 

 

Museumsmacher treffen sich

Damit alle Zahnrädchen der Sanierung und Neueinrichtung passend ineinandergreifen, trafen sich Museumsleiterin Dr. Susanne B. Keller, Architekt Bernd Wedemann sowie die Museumsgestalter Karsten Blum und Ergin Güner vom Gestalterbüro hgb, Hannover, um die entscheidenden Schritte abzusprechen. Die Grundrisse der einzelnen Räume liegen vor, nun müssen die Abläufe und der Einsatz der jeweiligen Gewerke geplant werden. Die Begeisterung über das umfangreiche und herausfordernde Projekt war dabei allen Beteiligten deutlich anzumerken. „Die Vielfalt, die das Buxtehude·Museum zur Neueröffnung bieten wird, ist für uns etwas ganz Besonderes”, darin waren sich Güner und Blum einig. Das Projekt „Neues Buxtehude·Museum” nimmt Fahrt auf!

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Experten unter sich: Architekt Bernd Wedemann, Museumsleiterin Dr. Susanne B. Keller, Ergin Güner und Karsten Blum von hgb tauschen sich aus

Der Plan ist gut

Noch schafft der Bagger Platz für die neuen Gebäude, aber in Kürze wird das Grundstück für die Erweiterung des Museums frei sein. Auf der Baustelle treffen sich am letzten Abrisstag der Architekt Bernd Wedemann, der Leiter des Bauamts Michael Nyveld und die Leiterin des Buxtehude·Museums, Dr. Susanne B. Keller, um die Pläne des Architekturbüros Wedemann zu studieren. „Hier entsteht der neue Sonderausstellungsraum, darüber die Erweiterung der stadtgeschichtlichen Abteilung“, erklärt Bernd Wedemann und deutet hinter sich, um den beiden anderen den Bereich für die zukünftigen Bauten zu zeigen.  Dr. Susanne B. Keller freut sich besonders über den zusätzlichen Raum im 1. Obergeschoss, der dringend für die umfangreiche Stadtgeschichte Buxtehudes benötigt wird. Damit ist Platz für ein interaktives Stadtmodell und natürlich können mehr Geschichten erzählt und Objekte dazu gezeigt werden.

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Architekt Bernd Wedemann erläutert seine Pläne

Zur Viverstraße hin ist ein Depotgebäude geplant, das dem Museum Raum für Stühle und Vitrinen bieten wird und in dem es erstmals ein professionelles Gemäldedepot einrichten kann. Erfreulicherweise konnten für die Gemäldezuganlage bereits Fördermittel von der Hermann-Reemtsma-Stiftung eingeworben werden.

Der Plan ist gut, finden alle – und freuen sich auf seine Realisierung.

 

Die Bauarbeiten beginnen

Bagger schafft Platz

Drei Tage nur brauchte der Bagger, um für den geplanten Erweiterungsbau des Museums Platz zu schaffen. Eine Garage sowie die ehemalige Backstube der Bäckerei Samel wurden sorgsam und mit viel Feingefühl vom Team des Abrissunternehmens Meybohm abgerissen. Nun ist Raum frei für den geplanten Ergänzungs-Neubau, in dem ein Sonderausstellungsraum sowie ein zusätzlicher Raum im 1. Obergeschoss für die neue Dauerausstellung zur Stadtgeschichte sein wird.

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Der erste Meilenstein kann gefeiert werden

„Geschafft!“. Voller Stolz blickt das „Inventarisierungs-Team“ in die leere Rollregal-Anlage des Magazins im Keller, in der die wertvollen Objektbestände des Museums gelagert waren. In den vergangenen Wochen wurden die Objekte vorsichtig und Stück für Stück herausgenommen, um sie im Rahmen einer „Schnellinventarisierung“ im 1. Obergeschoss weiter zu bearbeiten. Jedes Objekt bekommt eine Nummer, wird fotografiert und in die digitale Datenbank eingepflegt. Alle Informationen, die zu dem Objekt bekannt sind, werden ebenfalls hinterlegt. Besonders spannend sind immer wieder die Geschichten, die von den ehemaligen Besitzern zu dem Objekt erzählt wurden, soweit sie denn überliefert sind. Das lässt einzelne Stücke lebendig werden und macht sie für das Buxtehude·Museum kostbar. Bevor das Museumsgut wieder fachgerecht verpackt wird, erfolgt noch eine Beurteilung des Zustands aus restauratorischer Sicht. Für den Erhalt der Objekte müssen je nach Ergebnis eventuell noch konservatorische Maßnahmen ergriffen werden, bevor sie wieder eingelagert werden.

Auch die Bereiche neben der Rollregal-Anlage sind leergeräumt. Die dringend notwendige Sanierung des Magazins kann nun beginnen. Für die Lagerung der Museumssammlung sind genaue konservatorische Vorgaben zu erfüllen, die Voraussetzung für deren langfristige Unversehrtheit und Bewahrung sind.

In den oberen Geschossen geht die Arbeit für das Team weiter. Neben der konzentrierten Inventarisierungs-Arbeit gibt es dabei immer wieder Momente, in denen die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen begeistert an einzelnen Objekten und deren Geschichte hängen bleiben. Sie haben ihren Beruf eben aus Leidenschaft gewählt…

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„Leer“! Der erste Meilenstein ist geschafft.

 

 

Jetzt geht’s los!

Sanierung und Umbau des Buxtehude·Museums beginnen

Aufbruchstimmung ist in den Fluren des Museums zu spüren. Nachdem die Planungen für die Erweiterung des Buxtehude·Museums seit Monaten geprüft und neu überdacht wurden, hat der Rat der Stadt Buxtehude nun den Vorschlägen des Architekturbüros Wedemann und insbesondere der Finanzierung des Projekts zugestimmt. Damit können die Ausschreibungen starten, sodass die ersten Bauarbeiten ab Herbst zu erwarten sind.

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„Es geht voran im Buxtehude·Museum“; Volker Tiemann, Selbst nach Degas, 2006

Auf die Mitarbeiter kommt nun neben den bestehenden Tätigkeiten ein weiterer großer Schwung an Arbeiten zu. Damit alle vorgesehenen Bauabschnitte pünktlich beginnen können, müssen umfangreiche Vorbereitungen getroffen werden. Die erste große Aufgabe, die die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen im wahrsten Sinne des Wortes anpacken, ist das Ausräumen der über 1.500 musealen Objekte aus dem Magazin und deren fachgerechte Auslagerung in die dafür vorbereiteten Dauerausstellungsräume. Hier werden die Objekte restauratorisch auf ihren Zustand hin untersucht, inhaltlich geprüft, ob sie für die Inszenierung in einer der neuen Dauerausstellungen in Frage kommen und anschließend wieder professionell verpackt. Sobald das Magazin fertig saniert ist, räumen die Mitarbeiterinnen die Objekte wieder sorgfältig zurück und gehen anschließend sofort zu den Vorbereitungen für den nächsten Bauabschnitt über. Wir berichten weiter.

Verpackungskünstlerinnen am Werk

Geschäftiges Rascheln und Faltgeräusche dringen aus dem Inventarisierungsbereich, der vorübergehend in einem ehemaligen Ausstellungsraum eingerichtet wurde. Heute werden 81 Trachtenhauben, die zuvor von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Tanja Gissel einzeln fotografiert, genau beschrieben und mit einer Nummer versehen in die Objektdatenbank aufgenommen wurden, verpackt.

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Claudia Puls bereitet die Archivboxen vor

Was sich so einfach anhört, ist im Museumsbereich mit viel Aufwand und Sorgfalt verbunden. Vorsichtig wickelt Tanja Gissel die Hauben zunächst in säurefreies Seidenpapier, um sie zu schützen und Zwischenräume in den Kartons auszupuffern. Maximal zu viert sowie nach regionaler und inhaltlicher Zugehörigkeit getrennt, kommen die Hauben anschließend in eine Archivbox. „Archivbox“ klingt sehr schlicht, ist aber ein nach musealen Vorgaben entwickelter, besonderer Archivkarton. Die Kolleginnen von der Inventarisierung haben intensiv recherchiert und diskutiert, welche Anbieter von Archivboxen die von ihnen zuvor definierten Anforderungen erfüllen. Die Entscheidung fiel letztendlich auf die zertifizierten, sehr stabilen und säurefreien Archivboxen der Firma Klug-Conservation, die ab sofort den Trachtenhaubenbestand des Buxtehude·Museums bewahren. Doch mit der Einlagerung der Hauben in die Archivboxen ist es noch nicht getan. Auch für die anschließende Lagerung der Boxen im Museumsmagazin gibt es ebenfalls genaue Anforderungen. Textilien sind am besten bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 30-50 % und einer Temperatur von 18-20 °C aufgehoben.

Vorsichtig wird die sorgfältig verpackte Haube zu den anderen gelegt

Vorsichtig wird die sorgfältig verpackte Haube zu den anderen gelegt

Die Altländer Brautkrone bekommt einen eigenen Karton

Die Altländer Brautkrone bekommt einen eigenen Karton

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der letzte Hauben-Karton ist gepackt

 

Am Ende des Arbeitstages blickt Tanja Gissel zufrieden auf den hohen Stapel der Archivkartons, in denen sämtliche Baby-, Kinder-, Unter-, Nacht-, Regen- und Trachtenhauben sowie das Prunkstück der Sammlung, eine Altländer Brautkrone, fachgerecht untergebracht sind. Damit zukünftig auf den ersten Blick in den Karton klar ist, was dort verwahrt wird, liegt jeweils noch eine Kurzinformation bei. Diese stringente Ordnung wünscht man sich für seinen heimischen Dachboden…

 

 

Fashion weeks im Buxtehude·Museum

Der größte Teil des Buxtehude·Museums ist geschlossen, aber hinter den Türen wird unter Hochdruck gearbeitet. Was normalerweise gut verwahrt im Magazin des Museums liegt und gerade nicht in den Ausstellungen zu sehen ist, kommt jetzt ans Licht. Da die Stadtgeschichte Buxtehudes im Museum nach der Eröffnung neu erzählt wird, stellen die Museumswissenschaftlerinnen nun geeignete Objekte zusammen. Darüber hinaus werden die Objekte aus restauratorischer Sicht auf ihren Zustand geprüft, die Informationen zur Inventarisierung vervollständigt und zu guter Letzt wird die Lagerung aller Objekte konservatorisch auf Verbesserungsmöglichkeiten untersucht und optimiert.

Seit einigen Wochen sind die Kolleginnen nun im „Fashion-Fieber“. Das Buxtehude·Museum verfügt über eine wunderbare Sammlung von Textilien, die nach und nach ausgebreitet und begutachtet werden.

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Eine beeindruckende Sammlung von Trachtenhauben

Nachfolgend präsentieren wir einen bunten Querschnitt aus der vorhandenen Kollektion:

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Elke Brand präsentiert geräumige und praktische Unterwäsche

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Haute Couture aus dem 19. Jahrhundert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Susanne Keller freut sich über einen filigranen Schirm...

Dr. Susanne Keller freut sich über einen filigranen Schirm…

2016_fashion_week (22)

…mit einem zauberhaften Detail