Kategorie-Archiv: Sanierung / Neueinrichtung

Der große Umzug – Teil 1

Der langersehnte Moment des Abschlusses der ersten Sanierungsphase ist da: Die Sanierung des Sakralturms ist beendet, und es kann demnächst mit den Arbeiten im Mitteltrakt des Museumskomplexes begonnen werden. Für das Museumsteam heißt es aber vorher noch einmal tief Luft holen, Nerven bewahren und Ärmel hochkrempeln, denn die bisher im Mitteltrakt als Zwischendepot genutzten Räume müssen dafür ausgeräumt werden. So ziehen neben den wertvollen sakralen Kunstschätzen auch die sicher verpackten Gemälde, Grafiken und Textilien in den Sakralturm, der nun seinerseits bis zur Wiedereröffnung zum Zwischendepot umfunktioniert wird.

Für diese anspruchsvollen Transporte hat das Museum mit den tatkräftigen Mitarbeitern des Hamburger Unternehmens motionTeam erfahrene Umzugsspezialisten an der Seite. „Wir bringen nicht nur reine Muskelkraft mit, sondern auch eine gute Gemeinschaft im Team und gegenseitige Hilfsbereitschaft“, antwortet Steffen Ganswind, einer der Geschäftsführer, auf die Frage, was sein Team auszeichne. Dass das nicht nur leere Worthülsen sind, bestätigen die Mitarbeiterinnen des Buxtehude·Museums. Sie zeigten sich von dem höflichen Umgangston der motionTeam-Mitarbeiter untereinander sehr beeindruckt. Diese guten Grundeigenschaften haben zwar nicht alleine dazu geführt, dass die 750 kg schwere Kaffeerösterei aus der 1. Etage freischwebend in das Erdgeschoss transportiert werden konnte, aber zusammen mit der richtigen Idee und dem nötigen Werkzeug wurde diese komplizierte Aufgabe mit Bravour gemeistert. Neben diesem „Transport-Highlight“ gab es noch zahlreiche andere Arbeiten, wie z.B. Vitrinen und Kisten mit Objekten, die in die Außenlager des Museums gebracht werden mussten. Im Sakralturm wartet nun das bereits aufgebaute Spezialgerüst auf den Wiedereinzug der Triumphkreuzgruppe, die in Kürze zurück auf ihren Sockel in vier Metern Höhe gehoben werden soll.

Fazit nach Umzug – Teil 1: Nach zwei Tagen Räumen und Organisieren waren alle geschafft, hatten aber auch viel geschafft. In der übernächsten Woche geht es mit Umzug – Teil 2 und viel Zuversicht weiter.

motionTeam

Das gut gelaunte motionTeam kurz nach der Ankunft – gleich geht es los!

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Die Kisten mit den Objekten ziehen aus…

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Die Vitrinen ziehen aus…

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Die Kaffeerösterei zieht aus…

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Am maßgefertigten Seilzug wird die Kaffeeröstmaschine vorsichtig hinuntergelassen

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Vorsicht – freischwebende Kaffeeröstmaschine

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Touch down – Mission erfüllt

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Das Gerüst steht, das motionTeam sitzt

Fleißige Handwerker im Sakralturm

Bald ist es endlich soweit: Wenn die Sanierungsarbeiten im und am Sakralturm beendet sind, können die momentan im Sonderausstellungsraum des Museums gelagerten Objekte aus dem Bereich der christlichen Kunst an ihren Platz zurück. Die restlichen freien Flächen des Sakralturms werden für die Zeit, in der das restliche Museumsgebäude saniert und umgebaut wird, als Depot für empfindliche Objekte genutzt, die nicht in die Außenlager kommen.

Doch bevor der Umzug beginnen kann, sind noch viele fleißige Handwerker im Turm zu sehen, die letzte Hand anlegen und zahlreiche Tätigkeiten erledigen. Der Spannungsbogen reicht hier von groben Arbeiten, wie etwa dem Durchbruch einer Wand, in die später die Tür zum Fluchttreppenhaus eingepasst wird, bis hin zum feinen Pinselstrich des Malers, der akkurat und vorsichtig die Farbe entlang der Wandgemälde des Künstlers Michael Craig-Martin auftragen muss.

Hier sind einige Impressionen:

NDB

Voller Einsatz bei Firma NDB für eine korrekte Verkabelung

Durchbruch_Sakral

Grobe Arbeit, die dennoch mit großer Vorsicht ausgeführt wird. Ein Mitarbeiter der Firma Metzbau entfernt Wandfläche für den Einbau der Tür zum späteren Fluchttreppenturm

Maler_Pinselstrich

Der Maler der Firma Rieck zieht mit ruhiger Hand und hochkonzentriert seine PinselstricheMaler_Stuhl

Sieg_Fensterbrett

Passgenau von der Tischlerei Sieg zugeschnittene Fensterbänke kommen vor die neu im Turm eingebauten Fenster

Scholz_Bodenbelag

Firma Scholz bereitet den Fußboden für den neuen Teppich vor

Gless_Turmputzen

Rückt dem Baustaub unnachgiebig auf den Leib: Einer der gut gelaunten Mitarbeiter der Reinigungsfirma Gless.

Es ist eingerüstet

Seit November 2017 ist das Hauptgebäude des Buxtehude·Museums eingerüstet und damit haben die lange geplanten Arbeiten an Dach und Fassade sichtbar begonnen. Insbesondere der sog. Sakralturm wird gebäudetechnisch so instandgesetzt, dass dessen Hülle nach Abschluss der Maßnahmen „dicht“ ist und die 2011 installierte Klimaanlage endlich wie vorgesehen arbeiten kann. Sie ist wichtig für das Klima im Ausstellungsraum, der die empfindlichsten Objekte des Buxtehude·Museums beherbergt: die Triumphkreuzgruppe, den Passionsaltar und die trauernde Madonna — Holzobjekte aus dem 15. Jahrhundert, die auf eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit angewiesen sind.

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In den letzten Wochen wurde zunächst das gesamte Dach nach den neuesten Standards gedämmt und anschließend neu eingedeckt. Danach wurden Fenster im Bereich des Sakralturms sowohl ausgetauscht als auch nach innen geschlossen. Beste Voraussetzungen also auch für das kleine Kunstkabinett, das in der ersten Etage entstehen wird und in dem zukünftig lichtempfindliche Gemälde und Grafiken gezeigt werden.

Auf dem Baugerüst trafen sich zu Beginn der Maßnahmen der ausführende Architekt Bernd Wedemann, die Bürgermeisterin und Vorstandsvorsitzende des Museumsvereins Buxtehude Katja Oldenburg-Schmidt sowie Museumsleiterin Dr. Susanne B. Keller, um sich vor Ort über den Ablauf zu informieren. Am Ende der Besprechung waren sie sich einig: Es liegt ein langer, aber sehr lohnenswerter Weg vor uns!

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©Buxtehude·Museum

Nun hat auch die „Keimzelle“ geschlossen

Am 20. August 2017 war es soweit: Die letzten Besucher des bisher am Wochenende geöffneten Altbaus, der sog. „Keimzelle“ des Buxtehude·Museums wurden mit Handschlag verabschiedet. Die Sanierungsarbeiten sind so weit vorangeschritten, dass nun auch die Türen des „Heimatmuseums“ geschlossen bleiben. Das Bedauern hierüber wird jedoch von der Freude auf die kommende Zeit der Modernisierung und vor allem der Arbeiten an der Neukonzeption der Dauerausstellungen überstrahlt. In den nächsten Monaten wird das Museum zur Großbaustelle, an deren Ende neue und moderne Räume auf die Neueinrichtung warten.

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Museumsmitarbeiterin Karina B. Schneider verabschiedet die letzten Besucher mit Handschlag

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Sie machen das Licht aus: Hans-Ulrich Angerstein, Eva Jentzsch und Karina B. Schneider

Sie arbeiten am Buxtehude·Museum der Zukunft

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Die Museumsplaner arbeiten konzentriert in den Räumen der zukünftigen Archäologie

Bei den regelmäßigen Abstimmungssitzungen zur Sanierung des Museums treffen sich Fachleute der unterschiedlichsten Richtungen, um ein gemeinsames Ziel zu verwirklichen: gut funktionierende, klimatisierte und ansprechende Gebäude in Verbindung mit neuen, spannenden Ausstellungen für das neue Buxtehude·Museum. Der zukünftige Besucher und die zu präsentierenden Objekte stehen für alle an erster Stelle. Nur ab und zu gibt es fragende Blicke, wenn Fachplaner, Architekten, Ausstellungsgestalter, Archäologen oder Kunsthistorikerinnen aus dem Nähkästchen plaudern, geheimnisvoll klingende Abkürzungen benutzen oder bei nüchtern erscheinenden Leitungen ins Schwärmen geraten. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist herausfordernd, aber sie eröffnet auch neue Horizonte und verschafft neue Sichtweisen, die dem gemeinsamen Ziel nur gut tun können, wie alle immer wieder übereinstimmend feststellen.

Diamonds are a girl’s best friend ?

So sang es Marilyn Monroe 1953 und mochte davon auch überzeugt sein. Aus einem anderen Material aber mindestens genauso beeindruckend und einmalig sind die vielen Perlen, die auf dem sächsischen Gräberfeld bei Buxtehude-Immenbeck gefunden wurden. Das wurde noch einmal bei einem Besuch im niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege deutlich.

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Andrea Tröller-Reimer und Gabriele Schulz vom Landesamt für Denkmalpflege freuen sich über den Besuch der Buxtehuder Museumsleiterin

Museumsleiterin Dr. Susanne B. Keller machte sich auf den Weg in die Landeshauptstadt, um sich dort einen Überblick über den Bearbeitungsstand der Ausgrabungsfunde zu verschaffen. Im Landesamt lagern immer noch zahlreiche Blöcke aus dem Grabungsfeld, die darauf warten, geöffnet zu werden. Zwar sind alle geröntgt, womit ihr Inhalt weitestgehend bekannt ist. Aber dennoch kommen ab und zu noch Dinge ans Licht, die selbst von den Röntgenstrahlen nicht erkannt wurden. Andrea Tröller-Reimer, die zuständige Restauratorin für Altertumskunde vom Landesamt, war selbst einige Male überrascht. „Als ich z.B. den einen Block öffnete, war ich aufgrund des Röntgenbefundes überzeugt, eine Fibel und wenige Perlen vorzufinden. Also eine Arbeit für einen knappen Tag. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass darüber hinaus viele nur millimetergroße blaue Perlen in dem Block waren, so dass ich mit der Dokumentation und dem Freilegen erheblich länger beschäftigt war”, erzählt sie schmunzelnd und gleichzeitig begeistert über die Vielfalt der gut erhaltenen Schmuckstücke.

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In den „Katakomben“ des Landesamtes: Andrea Tröller-Reimer, Dr. Susanne B. Keller und Gabriele Schulz vor einem Teil der als Block geborgenen Grabbeigaben aus dem Grab AE 73 aus Buxtehude-Immenbeck

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In diesen Blöcken warten noch einige Funde auf ihre Freilegung

Begeistert zeigte sich auch Frau Dr. Keller, die sich bereits auf die Präsentation der Perlen in der neuen archäologischen Abteilung freut. „Die Vielfalt, die Farbigkeit und der Erhaltungszustand der Perlen sind einmalig und sie werden neben den fantastischen Glasfunden ein weiteres Highlight sein”, verspricht sie.

Gabriele Schulz, ebenfalls Restauratorin am Landesamt, hat bereits etliche der Perlen restauriert und ist ihrem Zauber völlig erlegen. Privat hat sie begonnen, einige der Perlen nachzuarbeiten, zum einen, um den historischen Herstellungsprozess nachzuvollziehen, zum anderen, um sie in ihrer ursprünglichen Schönheit auferstehen zu lassen.

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Eine kleiner…

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…Vorgeschmack…

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…auf die archäologische Ausstellung

 

 

Museumsmacher treffen sich

Damit alle Zahnrädchen der Sanierung und Neueinrichtung passend ineinandergreifen, trafen sich Museumsleiterin Dr. Susanne B. Keller, Architekt Bernd Wedemann sowie die Museumsgestalter Karsten Blum und Ergin Güner vom Gestalterbüro hgb, Hannover, um die entscheidenden Schritte abzusprechen. Die Grundrisse der einzelnen Räume liegen vor, nun müssen die Abläufe und der Einsatz der jeweiligen Gewerke geplant werden. Die Begeisterung über das umfangreiche und herausfordernde Projekt war dabei allen Beteiligten deutlich anzumerken. „Die Vielfalt, die das Buxtehude·Museum zur Neueröffnung bieten wird, ist für uns etwas ganz Besonderes”, darin waren sich Güner und Blum einig. Das Projekt „Neues Buxtehude·Museum” nimmt Fahrt auf!

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Experten unter sich: Architekt Bernd Wedemann, Museumsleiterin Dr. Susanne B. Keller, Ergin Güner und Karsten Blum von hgb tauschen sich aus

Der Plan ist gut

Noch schafft der Bagger Platz für die neuen Gebäude, aber in Kürze wird das Grundstück für die Erweiterung des Museums frei sein. Auf der Baustelle treffen sich am letzten Abrisstag der Architekt Bernd Wedemann, der Leiter des Bauamts Michael Nyveld und die Leiterin des Buxtehude·Museums, Dr. Susanne B. Keller, um die Pläne des Architekturbüros Wedemann zu studieren. „Hier entsteht der neue Sonderausstellungsraum, darüber die Erweiterung der stadtgeschichtlichen Abteilung“, erklärt Bernd Wedemann und deutet hinter sich, um den beiden anderen den Bereich für die zukünftigen Bauten zu zeigen.  Dr. Susanne B. Keller freut sich besonders über den zusätzlichen Raum im 1. Obergeschoss, der dringend für die umfangreiche Stadtgeschichte Buxtehudes benötigt wird. Damit ist Platz für ein interaktives Stadtmodell und natürlich können mehr Geschichten erzählt und Objekte dazu gezeigt werden.

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Architekt Bernd Wedemann erläutert seine Pläne

Zur Viverstraße hin ist ein Depotgebäude geplant, das dem Museum Raum für Stühle und Vitrinen bieten wird und in dem es erstmals ein professionelles Gemäldedepot einrichten kann. Erfreulicherweise konnten für die Gemäldezuganlage bereits Fördermittel von der Hermann-Reemtsma-Stiftung eingeworben werden.

Der Plan ist gut, finden alle – und freuen sich auf seine Realisierung.

 

Die Bauarbeiten beginnen

Bagger schafft Platz

Drei Tage nur brauchte der Bagger, um für den geplanten Erweiterungsbau des Museums Platz zu schaffen. Eine Garage sowie die ehemalige Backstube der Bäckerei Samel wurden sorgsam und mit viel Feingefühl vom Team des Abrissunternehmens Meybohm abgerissen. Nun ist Raum frei für den geplanten Ergänzungs-Neubau, in dem ein Sonderausstellungsraum sowie ein zusätzlicher Raum im 1. Obergeschoss für die neue Dauerausstellung zur Stadtgeschichte sein wird.

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Der erste Meilenstein kann gefeiert werden

„Geschafft!“. Voller Stolz blickt das „Inventarisierungs-Team“ in die leere Rollregal-Anlage des Magazins im Keller, in der die wertvollen Objektbestände des Museums gelagert waren. In den vergangenen Wochen wurden die Objekte vorsichtig und Stück für Stück herausgenommen, um sie im Rahmen einer „Schnellinventarisierung“ im 1. Obergeschoss weiter zu bearbeiten. Jedes Objekt bekommt eine Nummer, wird fotografiert und in die digitale Datenbank eingepflegt. Alle Informationen, die zu dem Objekt bekannt sind, werden ebenfalls hinterlegt. Besonders spannend sind immer wieder die Geschichten, die von den ehemaligen Besitzern zu dem Objekt erzählt wurden, soweit sie denn überliefert sind. Das lässt einzelne Stücke lebendig werden und macht sie für das Buxtehude·Museum kostbar. Bevor das Museumsgut wieder fachgerecht verpackt wird, erfolgt noch eine Beurteilung des Zustands aus restauratorischer Sicht. Für den Erhalt der Objekte müssen je nach Ergebnis eventuell noch konservatorische Maßnahmen ergriffen werden, bevor sie wieder eingelagert werden.

Auch die Bereiche neben der Rollregal-Anlage sind leergeräumt. Die dringend notwendige Sanierung des Magazins kann nun beginnen. Für die Lagerung der Museumssammlung sind genaue konservatorische Vorgaben zu erfüllen, die Voraussetzung für deren langfristige Unversehrtheit und Bewahrung sind.

In den oberen Geschossen geht die Arbeit für das Team weiter. Neben der konzentrierten Inventarisierungs-Arbeit gibt es dabei immer wieder Momente, in denen die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen begeistert an einzelnen Objekten und deren Geschichte hängen bleiben. Sie haben ihren Beruf eben aus Leidenschaft gewählt…

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„Leer“! Der erste Meilenstein ist geschafft.