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Das Buxtehude Museum am Internationalen Museumstag entdecken

Am 15. Mai 2022 wird zum 45. Mal der Internationale Museumstag gefeiert. Weltweit laden Museen dazu ein, ihr Angebot zu entdecken. Auch das Buxtehude Museum bietet an diesem Tag ein buntes Programm mit zahlreichen Kurzführungen durch besondere Ausstellungsbereiche. Von 13–17 Uhr läuft ein kreatives Mitmach-Angebot, bei dem alle ihr eigenes Kunstwerk zum Mitnehmen gestalten können.

Programm und Eintritt sind an dem Tag frei.

Führungen
12:00-12:30 „Buxtehudes Stadtgeschichte kurzgefasst“
12:30-13:00 „Bürgerstolz und Stadtgedächtnis – 140 Jahre Museum in Buxtehude“
13:00-14:00 „Bürgerstolz und Stadtgedächtnis – 140 Jahre Museum in Buxtehude“
14:00-15:00 „Kompaktführung: Das Buxtehude Museum in 60 Minuten“
14:30-15:00 „Das Kunstkabinett – ein exklusiver Einblick“
15:00-15:30 „Bürgerstolz und Stadtgedächtnis – 140 Jahre Museum in Buxtehude“
15:30-16:00 „Das Kunstkabinett – ein exklusiver Einblick“

Kreativ-Angebot 13-17 Uhr
„This or that – Gestalte Dein Kunstwerk zum Mitnehmen“

Neues Angebot: Kindergeburtstage im Museum – Lasst uns feiern!

Die Abenteuer einer Ausgrabung nacherleben, kreativ den Pinsel schwingen oder fantastische Geschichten erfinden – ein Kindergeburtstag in unserem Museum wird zu einem unvergesslichen Erlebnis. Neben Spiel und Spaß kommen die Aha-Erlebnisse nicht zu kurz. Als besondere Erinnerung nimmt jedes Kind am Ende ein kleines Andenken mit nach Hause.
Wir bieten drei verschiedene Formate an, die inhaltlich den jeweiligen Altersgruppen angepasst werden. Bitte buchen Sie den Geburtstag mindestens zwei Wochen im Voraus über buchung@buxtehudemuseum.de. Die maximale Gruppengröße liegt bei zehn Kindern.
Gerne beraten wir Sie persönlich unter 04161 50797-0.

Abenteuer Ausgrabung
Wusstet ihr, dass sich in der Erde echte Schätze verstecken? Archäolog*innen finden bei Ausgrabungen oft Gegenstände, die mehr als 1000 Jahre alt sind. Aber wie machen sie das? Welches Werkzeug benutzen sie? Und wie kann man sehr kleine oder sehr zerbrechliche Funde retten? Genau das könnt ihr bei uns im Museum herausfinden. Am Ende legt ihr euren eigenen Fund frei, den ihr mit nach Hause nehmen könnt.

Alter:                           ab 8 Jahre
Dauer:                         90 Minuten
Grundgebühr:            90,- Euro inkl. Eintritt für zwei Begleitpersonen
Materialkosten:           4,- Euro/Kind

Über den Dächern von Buxtehude – dem Himmel ganz nah
Ein eigenes Kunstwerk zu malen ist wirklich kinderleicht. Zuerst schauen wir uns gemeinsam Bilder von Künstlern an und lernen wie früher Farben hergestellt wurden. Dann setzen wir uns in unseren 15 m hohen Turm, von wo aus wir eine tolle Aussicht über die Dächer von Buxtehude haben. Hier machen wir eine erste Zeichnung der Dächer und des Kirchturms für unser Bild. Damit gehen wir in unser Atelier und schwingen dann den Pinsel. Am Ende könnt ihr euer eigenes himmlisches Bild mit nach Hause nehmen.

Alter:                            ab 8 Jahre
Dauer:                         90 Minuten
Grundgebühr:            90,- Euro inkl. Eintritt für zwei Begleitpersonen
Materialkosten:           3,- Euro/Kind

Buxtehudes unglaubliche Geschichten
Buxtehude ist die Stadt der unglaublichen Geschichten. Habt ihr schon von dem Hund gehört, der mit seinem Schwanz bellt? Oder von dem Zauberer Petrosilius Zwackelmann? Gemeinsam begeben wir uns im Museum auf die Jagd und suchen Geschichten. Denn die Gegenstände in der Ausstellung können uns einige spannende Dinge erzählen. Mit dieser Geschichtensammlung gehen wir zurück in unseren Erzählraum und setzen uns dort mit einem fantastischen Geschichtenwürfel an unser „Lagerfeuer“. Der Würfel hilft uns, eigene unglaubliche Märchen und Erzählungen zu erfinden. Damit ihr auch zu Hause noch viele unglaubliche Geschichten erzählen könnt, bekommt ihr am Ende euren eigenen magischen Würfel.

Alter:                            ab 6 Jahre
Dauer:                         90 Minuten
Grundgebühr:            90,- Euro inkl. Eintritt für zwei Begleitpersonen
Materialkosten:           2,- Euro/Kind

Zwei weitere Auszeichnungen für das Buxtehude Museum

Das Buxtehude Museum ist für seine Barrierefreiheit für Menschen mit Gehbehinderung vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium und dem Deutschen Seminar für Tourismus ausgezeichnet worden. Darüber hinaus bekam es Zertifikate für die teilweise Barrierefreiheit für Menschen mit Hör- und Sehbehinderungen. „Diese Auszeichnung bedeutet uns viel“, so Museumsleiterin Dr. Susanne B. Keller, denn „Inklusion und die damit verbundene kulturelle Teilhabe sind ohne Barrierefreiheit nicht möglich“. Ihr und ihrem Team ist es ein großes Anliegen den Besuch des Museums einem möglichst breiten Publikum zu ermöglichen. Daher wurde bei der Sanierung der Museumsgebäude und der Inszenierung der Ausstellungen von Beginn an die Barrierefreiheit mitgedacht. Breite Wege, automatisch öffnende Türen, Fahrstuhl mit Spiegel, Induktionsschleifen bei Hör- und Filmstationen – diese Liste ließe sich noch weiter fortsetzen. Wer einen Besuch im Museum plant, findet auf der Seite www.reisen-fuer-alle eine detaillierte Beschreibung der Barrierefreiheit des Museums und seiner Ausstellungen.

Zeitgleich ist das Buxtehude Museum gemeinsam mit dem Café Baham nun auch ein zertifizierter „Kinderferienland-Betrieb“. Damit ist das attraktive Angebot für Familien mit Kindern aller Altersstufen nun auch offiziell geprüft. „Wir bieten analoge und digitale Mitmachstationen in einem ausgewogenen Verhältnis“, so Dr. Keller. Aber auch praktische Dinge, wie Wickeltische, Fußbänke oder Kinderwagenstellplätze, die einen Museumsbesuch für Familien erleichtern, sind vorhanden. Sandra Junge vom Tourismusverband Landkreis Stade übergab die beiden Urkunden an Dr. Keller und zeigte sich begeistert, da das ausgezeichnete Buxtehude Museum einen großer Gewinn für einen qualitativ hochwertigen Urlaub im Alten Land am Elbstrom ist.

Das Buxtehude Museum erhält das Museumsgütesiegel

Am Donnerstag, 30. September 2021 erhielt das Buxtehude Museum in Hannover das Museumsgütesiegel, eine Auszeichnung, die unserem Museum hohe Qualität, Innovation und Besucherorientierung bescheinigt. Überreicht wurden die Qualitätsauszeichnungen durch Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, Dr. Johannes Janssen, Direktor der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und Prof. Dr. Rolf Wiese, Vorsitzender des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen e.V..

Seit 2006 können sich Museen aus Niedersachsen und Bremen jedes Jahr um das Museumsgütesiegel bewerben. Um es zu bekommen, ist jedes Museum verpflichtet, eine Selbstevaluation durchzuführen und Konzepte zu den musealen Kernaufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln sowie ein Leitbild und ein Museumskonzept zu erarbeiten. Museumsleiterin Dr. Susanne B. Keller ist angesichts der vielfältigen Herausforderungen der letzten Jahre besonders stolz auf den Erwerb des Gütesiegels. „Das Team des Buxtehude Museums war über einen langen Zeitraum mit Gebäudesanierung, Anbau, Neueinrichtung der Dauerausstellungen und Depots sowie darüber hinaus mit einer grundlegenden Professionalisierung in allen Bereichen beschäftigt. Das parallel dazu laufende Museumsgütesiegel-Verfahren hat diese Prozesse in vieler Hinsicht sehr unterstützt. Wir freuen uns sehr, dass unsere jahrelangen Anstrengungen erfolgreich sind, was durch die Verleihung des Museumsgütesiegels nun auch offiziell bestätigt wurde.“

Unsere Eröffnungswoche vom 13.-18. Juli 2021

In der Eröffnungswoche vom 13.–18. Juli 2021 bieten wir täglich zwei kostenlose Kurzführungen durch das neu eingerichtete Museum an. Da wir für die Führungen nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen vergeben können, bitten wir Sie, sich unter buchung@buxtehudemuseum.de für die Führungen um 14 Uhr oder um 16 Uhr anzumelden. Sie erhalten anschließend eine Nachricht von uns.

Museumsaufsichten gesucht

Wir suchen Museumsaufsichten, die folgende Aufgabenschwerpunkte haben:

  • Beaufsichtigen der Ausstellungsräume auf drei Etagen
  • Zuständigkeit für das Einhalten der Hausordnung
  • ggf. Ticketkontrollen
  • Einsatz auch an Wochenenden und Feiertagen
  • Unterstützung bei Veranstaltungen

Wir erwarten:

  • Sicheres und freundliches Auftreten, gute Kommunikationsfähigkeit
  • Hohe zeitliche Flexibilität und die Bereitschaft zur Arbeit an Wochenenden und Feiertagen
  • Ausgeprägte Zuverlässigkeit und Sorgfalt
  • Fähigkeit und Bereitschaft zur selbstständigen Arbeit und zur Aneignung notwendiger Kenntnisse
  • Gepflegtes Äußeres
  • Team-, Konflikt- und Kritikfähigkeit

Das bieten wir:

  • Tätigkeit auf geringfügiger Basis
  • Arbeitszeiten nach Vorplanung Dienstag bis Sonntag zwischen 11:00 und 18:00 Uhr
  • Mitarbeit in einem kleinen und engagierten Team
  • Angenehmes Arbeitsklima
  • Einen Arbeitsplatz im neu sanierten Museum mit modern eingerichteten Abteilungen

Wenn Sie Interesse haben, freuen wir uns auf Ihre Bewerbung, die Sie bitte an bewerbung@buxtehudemusem.de richten.

Endlich vereint – Das Museumsteam zieht zusammen

Nach fast sechs Jahren Trennung ist es soweit – das Team des Buxtehude Museums zieht in seine neuen Büroräume. Die Erweiterung des Museums durch den Ankauf des Nachbargrundstücks im Jahr 2015 machte es möglich. Nun sitzen wir alle erstmals an einem Ort und freuen uns über dieses bisher unbekannte Team-Feeling. Doch nicht nur die Büroräume sind neu, der Umzug bringt auch neue Kontaktdaten mit sich:

Ab dem 17. März 2021 sind wir wie folgt zu erreichen:

Buxtehude Museum für Regionalgeschichte und Kunst, St.-Petri-Platz 11, 21614 Buxtehude

Postanschrift

Viverstraße 30, 21614 Buxtehude

info@buxtehudemuseum.de, +49 4161 507 97 0

Großzügige Unterstützer gefunden

Mit den Stadtwerken Buxtehude und dem Rotary Club Buxtehude sowie dessen Partnerclubs aus den Niederlanden, Belgien, Norwegen und England hat das Buxtehude Museum großzügige Förderer für die Ausstattung der neuen Räume an seiner Seite. Sie unterstützen Anschaffungen des Museums, die ohne diese Mittel nicht hätten finanziert werden können. Die Stadtwerke „rücken die wichtigsten Objekte des Museums ins Licht“ freut sich Museumsleiterin Dr. Susanne B. Kelle und zeigt eine winzige Leuchte, die punktgenaues Licht liefert. Daniel Berheide, Geschäftsführer der Stadtwerke Buxtehude ist ebenfalls begeistert von den kleinen LED-Leuchten, die ganz unauffällig in den Vitrinen angebracht werden und die ganze Aufmerksamkeit auf die gezeigten Objekte lenken. Schon in der Vergangenheit haben die Stadtwerke viele Sonderausstellungen gefördert und sind deshalb ein langjähriger und geschätzter Kulturpartner des Museums.

Für das Gelingen künftiger Sonderausstellungen sorgt auch der Rotary Club Buxtehude mit seinen ausländischen Partnerclubs. Die Museumsleiterin dankt insbesondere Udo Wierschem, der während seiner Präsidentschaft erfolgreich während des diesjährigen Fünf-Länder-Treffens bei den Partnerclubs für die Unterstützung des Buxtehude Museums warb. Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung der Clubs wird ein Stellwandsystem für den neuen Sonderausstellungsraum angeschafft, das aus flexiblen und wiederverwendbaren Modulen besteht. „Dieses Wandsystem passt hervorragend in unsere Entscheidung, zukünftig in den verschiedensten Bereichen des Museums möglichst nachhaltig zu handeln“, betont Frau Dr. Keller.

Perlenrepliken als Geschenk: Museumsleiterin Dr. Susanne B. Keller bedankt sich bei den Sponsoren Daniel Berheide (Stadtwerke Buxtehude) und Dr. Udo Wierschem (Rotary Club Buxtehude) für die großzügige Unterstützung

Die Sammlung des Buxtehude·Museums von den Anfängen bis heute

Die ersten Sammlungsstücke des Buxtehude·Museums wurden bereits vor über 100 Jahren erstmals auf dem Dachboden des Rathauses der Öffentlichkeit präsentiert. Der 1880 vom damaligen Pastor primarius Höpfner gegründete „Verein zur Unterstützung einer städtischen Sammlung kunstgeschichtlicher und kunstgewerblicher Gegenstände“ lud am 1. April 1881 interessierte Besucher ein, sich die von zahlreichen Buxtehuder Bürgern zur Verfügung gestellten Objekte anzusehen. Immerhin vier Stunden war die Sammlung an dem Tag zugänglich, wie aus der zu diesem Anlass im Buxtehuder Tageblatt geschalteten Anzeige hervorgeht.

Um die Entstehung der Sammlung machte sich insbesondere der Architekt Moritz Reichel verdient. Reichel war seit 1877 als Lehrer an der königlichen Baugewerkschule Buxtehude (heute „hochschule 21″) tätig und gab dort 1880 aufgrund von Unstimmigkeiten mit dem Direktor seine Lehrtätigkeit auf. Was für ihn persönlich und beruflich sicher ein Schlag war, bedeutete für die Stadt Buxtehude ein großes Glück. Beruflich nun nicht mehr eingebunden, hatte Reichel Zeit für andere Dinge. Ein Bild aus dem Leben der Heiligen Anna, das an einer feuchten Wand in der St. Petri-Kirche hing und dem aufgrund dieser schlechten klimatischen Bedingungen der Verfall drohte, brachte ihn auf die Idee, in Buxtehude für die Eröffnung eines Stadtmuseums zu werben. Unterstützung hierfür fand er bei Höpfner, dem die Rettung zweier, ebenfalls gefährdeter Altäre aus der St. Petri-Kirche am Herzen lag und der deshalb 1880 einen entsprechenden Verein ins Leben rief.

Mit viel Sachverstand begab sich der junge Archítekt Reichel mit einigen seiner ehemaligen Schüler auf die Suche nach Kunstschätzen in verschiedenen Buxtehuder Bürgerhäusern und wurde fündig. Insgesamt nahm er 544 Zugänge innerhalb von neun Monaten in das erste Eingangsbuch auf. Der Stadtrat war begeistert von dieser Initiative und stellte für die „städtische Kunstsammlung“ den Dachboden des Rathauses zur Verfügung. Dieser Raum wurde allerdings schnell zu klein und auch dort waren die klimatischen Bedingungen direkt unter dem Pfannendach für den Erhalt der Objekte nicht förderlich. Um 1904 herum wurde dem Verein daher der Ratssaal für die Ausstellung der Sammlung angeboten. Auf einem bis heute erhaltenen Foto, das den Sammlungsgrundstock auf dem Dachboden zeigt, sind einige Objekte, wie z.B. ein geschmiedetes Zierhufeisen, zu erkennen, die sich noch bis heute in der Sammlung des Buxtehude·Museums befinden. Das Foto zeigt auch, dass man die Sammlung damals als sog. Schausammlung präsentierte, also ohne —wie heute üblich— eine bewusste Inszenierung oder nähere Erklärungen zu den Objekten. An einigen von ihnen sind sogar kleine Schildchen zu erkennen. Auf ihnen steht die Eingangsnummer, mit deren Hilfe sich bis heute der Weg des Objektes in die Sammlung nachvollziehen lässt. Glücklicherweise sind die Zugangsverzeichnisse seit den Anfängen der Sammlung erhalten und stellen einen großen Schatz des Buxtehude·Museums dar.

Verzeichnis_1880-1911_Seite_1

Die ersten verzeichneten Zugänge aus dem Zugangsverzeichnis des Buxtehuder „Vereins zur Gründung und Unterstützung einer städtischen kunsthistorischen und kunstgewerblichen Sammlung“, 1880-1911

Hufeisen

Das verzierte Hufeisen – eines der ersten Sammlungsstücke. Laut Altverzeichnis wurde es als Schild gebraucht.

Seit Juli 1881 konnte sich Reichel wegen seiner Berufung an die Baugewerkschule in Hamburg nicht mehr im Verein engagieren. Das öffentliche Interesse an der Sammlung konnte noch einige Jahre aufrechterhalten werden; mit der Zeit ebbte es jedoch ab. Neuen Schwung gab es 1907 mit der Gründung des „Museums-Vereins“, der die Fortsetzung des „Vereins zur Unterstützung einer städtischen Sammlung kunstgeschichtlicher und kunstgewerblicher Gegenstände“ bildete. Der einzige Zweck dieses Vereins war „die Sammlung und Erhaltung der in hiesiger Stadt und Umgegend verstreuten Kunstgegenstände und Altertümer“. Nach wie vor konnte der Ratssaal zu Ausstellungszwecken genutzt werden, aber für jede Ratssitzung musste die Sammlung zur Seite geräumt werden, was bei allen Beteiligten zu Unzufriedenheit führte.

Der Grundstein für eine entscheidende Veränderung wurde im Jahre 1911 gelegt. Nach einem verheerenden  Stadtbrand standen unter anderem vom Rathaus nur noch die Grundmauern. Glücklicherweise konnte die Sammlung des Museumsvereins fast vollständig gerettet werden. Der Verein hatte mit dem Senator und Seifenfabrikanten Julius Cäsar Kähler einen wohlwollenden Mäzen gefunden, dem der museale Gedanke am Herzen lag. Er ließ ein Haus bauen, das er 1913 dem Verein mit der Auflage schenkte, dort die Sammlung unterzubringen, wie es der offiziellen Eintragung des damals in Berlin geführten Schenkungsregisters zu entnehmen ist. Damit hatte die 33 Jahre zuvor begonnene Sammlung ein eigenes Zuhause gefunden, das gleichzeitig der Beginn des Buxtehude·Museums war.

Wer mit der historischen Fotografie, die Teile der Sammlung auf dem Dachboden des Rathauses zeigt, aufmerksam durch den heutigen Altbau des Buxtehude·Museums streift, wird manches davon wiederentdecken. Einige der Objekte wurden fest in dem Haus verbaut, wie etwa der Löwenkopf oder die kleine Tür mit den floralen und figürlichen Darstellungen, die mittlerweile Teil der im 2. Obergeschoss eingebauten Prieche ist. Andere, wie die reich mit Schnitzereien verzierte Truhe, stehen dort nach wie vor als Ausstellungsstück.

Dachboden

Historische Aufnahme vom Dachboden des Rathauses mit den ersten Sammlungsstücken des Buxtehude·Museums, vor 1904

Loewenkopf

Der Löwenkopf als Teil des Treppengeländers am Aufgang zur Altländer Stube

Truhe

Die reich mit Schnitzereien verzierte Kastentruhe, um 1900

Der älteste Gebäudeteil des Buxtehude·Museums trägt somit zur aktuellen Vielfalt des Museums bei. Das Buxtehude·Museum hat seine Sammlung bis heute umfangreich erweitert und verpflichtet sich nach wie vor der Wahrnehmung seiner Kernaufgaben: Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln. Nach erfolgter Sanierung, Erweiterung und Neugestaltung der Dauerausstellungen im nächsten Jahr kann es diese Aufgaben auch wieder in vollen Umfang umsetzen.

Perlen für die Pädagogik

Unser Besuch im Landesamt für Denkmalpflege in Hannover im Frühling 2017 blieb nicht ohne Folgen. Inspiriert von der Schönheit, Vielfalt und Farbigkeit der auf dem sächsischen Gräberfeld in Immenbeck bei Buxtehude gefundenen Perlen, die im Landesamt restauriert werden und wurden, ist ein „perlendes“ Spendenprojekt für das Buxtehude·Museum entstanden. Gemeinsam mit der archäologischen Restauratorin Gabriele Schulz haben wir neun verschiedene Perlen ausgesucht, nach denen sie mit viel Detailtreue und Professionalität eine limitierte Auflage von insgesamt 150 Repliken hergestellt hat.

Am 9. und 10. Dezember 2017 finden Sie den Stand des Buxtehude·Museums zwischen 12.00 und 18:00 Uhr im Rahmen des Buxtehuder Wintermärchens in der Breiten Straße. Wir freuen uns über Spenden in Höhe von 75,– Euro, 50,– Euro oder 25,– Euro, für die Sie eine der in limitierter Auflage nachgearbeiteten Perlen überreicht bekommen. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie uns Anschaffungen für unsere zukünftige pädagogische Vermittlungsarbeit.

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Diese Perlen stehen zur Auswahl

Das Gräberfeld von Immenbeck

In den Jahren 2000 bis 2004 wurde in Immenbeck bei Buxtehude das derzeit größte bekannte sächsische Körpergräberfeld des Kontinents entdeckt und ausgegraben. Mittlerweile sind mehr als 10.000 Funde registriert, davon über 5.000 Perlen. Der Friedhof wurde in der Zeit von der Mitte des 4. Jh. bis zur Mitte des 6. Jh. n. Chr. genutzt und begeistert heute nicht nur die Fachwelt durch die sensationellen Funde, die nach der Wiedereröffnung des Buxtehude·Museums endlich zu sehen sein werden.

 

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Der Gräberfeldplan von Immenbeck bei Buxtehude

Perlen wurden in fast jedem Frauengrab gefunden. Sie bestechen durch ihre Unterschiedlichkeit in Größe, Farbigkeit und Form. So schwankt ihre Größe zwischen 1 und 35 mm, sie sind einfarbig oder bunt, rund oder blumenförmig. Hergestellt wurden die Perlen aus Glas, Bernstein oder vereinzelt auch aus Silber. Unklar ist, ob die Perlen vor Ort gefertigt wurden oder über Handelswege zu den damals hier lebenden Menschen kamen.

Besuch in der Glasperlenwerkstatt

Bevor Gabriele Schulz mit der Produktion der Repliken begann, beschäftigte sie sich erst einmal ausführlich mit den in Immenbeck gefundenen Originalperlen. Jede einzelne wurde genau vermessen und auf ihre Farben und Eigenarten hin untersucht. Insbesondere die Gelb- und Grüntöne stellten sie vor eine Herausforderung. „Die Zusammensetzung des Rohglases hat sich bis heute verändert, wodurch sich andere Farbnuancen als bei den Originalperlen ergeben“, sagt Gabriele Schulz und erklärt, dass sie lange gebraucht hat, bis sie Farben gefunden hatte, die ihren hohen Ansprüchen genügen. Während sie den um einen Stab gewickelten Glasfaden in einer 1.000 Grad heißen Flamme dreht und dabei zum Schutz eine gefärbte Brille trägt, wird deutlich, dass in dieser Phase der Produktion nicht erkennbar ist, welche genauen Farbton die Perle nach der Abkühlung haben wird. Für die Herstellung einer einzigen Replik benötigt die Restauratorin je nach Perlenart eine halbe bis dreiviertel Stunde. Danach kommt die heiße Perle in einen Topf mit einem Granulat zum langsamen Abkühlen. Da einige der originalen Perlen nach 1.500 Jahren nicht mehr glänzen, hat Gabi Schulz manche Repliken anschließend noch mit einer säureartigen Substanz mattiert. Andere Originalstücke wiederum glänzen nach wie vor, weshalb auch die Repliken nicht weiter bearbeitet wurden.

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Die kleine Perlenmacher-Werkstatt

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Gabriele Schulz bei der Perlenproduktion

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Auftragen der später schwarzen Augen

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Noch heiß, aber fertig

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Zum Abkühlen kommen die Perlen in einen Topf, der mit einem speziellen Granulat gefüllt ist

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Der mitgereiste Redakteur des Buxtehuder Tageblatts, Björn Vasel, versuchte sich ebenfalls in der Perlenherstellung – erfolgreich!